Das Leid an chronischen Schmerzen

13. Oktober 2003, 14:47
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Laut Umfrage klagt jeder fünfte Europäer - in Österreich 21 Prozent der Erwachsenen betoffen

Wien - 19 Prozent der erwachsenen Europäer - fast jeder fünfte - leiden unter chronischen Schmerzen. Das ergab eine Umfrage unter 46.000 Menschen in 16 Staaten, deren Ergebnisse am Montag in London anlässlich der Europäischen Woche gegen Schmerz (12. bis 19. Oktober) präsentiert wurden. In Österreich leiden demnach 21 Prozent der Erwachsenen unter langfristigen Schmerzen. Durchgeführt wurde die Umfrage von der ECIF, der europäischen Schmerzforschungsgesellschaft.

Sieben Jahre Leiden

Menschen mit chronischen Schmerzen leiden durchschnittlich sieben Jahre. Jeder sechste Betroffene hat so starke Beschwerden, dass er manchmal am liebsten sterben möchte. Mehr als zwei Drittel der Schmerzpatienten ist der Ansicht, dass die Medikation fallweise nicht ausreichend ist, um die Beschwerden in den Griff zu bekommen.

NorwegerInnen leider am meisten

Die meisten Schmerzpatienten gibt es laut der Umfrage in Norwegen, Polen und Italien - fast ein Viertel aller Erwachsenen -, die wenigsten in Spanien, wo nur elf Prozent betroffen sind. Ein Drittel der chronisch Schmerzgeplagten in allen 16 Ländern leidet unter starken Beschwerden. Jeder Fünfte musste seine Arbeit aufgeben, die Beschäftigten sind wegen ihrer Schmerzen durchschnittlich mehr als zwei Wochen pro Jahr im Krankenstand. Bei ebenfalls jedem Fünften wurde eine Depression als Folge der Schmerzen diagnostiziert.

Rücken, Kreuz, Knie und Kopf

56 Prozent der Betroffenen sind Männer, 44 Prozent Frauen. Am häufigsten (24 Prozent) schmerzt der Rücken, gefolgt vom Kreuz (18 Prozent), den Knien (16 Prozent) und dem Kopf (15 Prozent).

Unter den Medikamenten, mit denen chronisch Schmerzgeplagte behandelt werden, führen herkömmliche Anti-Rheumatika mit 56 Prozent vor Paracetamol mit 42 und schwachen Opioiden mit 17 Prozent. In Österreich werden starke Opioide - die effizientesten "Schmerzkiller" - mit 24 Prozent vergleichweise häufig eingesetzt, in allen 16 Staaten gemeinsam gesehen hingegen nur in 15 Prozent der Fälle. 60 Prozent der heimischen Patienten nehmen solche Anti-Rheumatika, 27 Prozent schwache Opioide, 15 Prozent Paracetamol und fünf Prozent COX-2-Inhibitoren. (APA)

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    Tägliche Medikamentenration zur Schmerzlinderung am Krankenbett einer Patientin.

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