ElBaradei: UN-Waffeninspektoren sollen zurückkehren

14. Oktober 2003, 15:32
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Direktor der IAEA: Suche nach Massenvernichtungswaffen durch UNO- Personal kostengünstiger als USA-Inspektoren

Wien - Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat auf eine baldige Rückkehr ihrer Waffeninspektoren in den Irak gedrängt. Es sei Zeit, dass die UNO-Inspektoren in den Irak zurückkehrten, sagte der Direktor der IAEA, Mohamed ElBaradei, am Montag. Sie sollten ihre Suche nach Massenvernichtungswaffen in dem Land zu Ende führen können.

Die USA und Großbritannien hatten ihren im März begonnenen Krieg gegen den Irak damit begründet, dass dieser über Massenvernichtungswaffen verfüge. Seit dem Sturz des irakischen Präsidenten Saddam Hussein im April hat eine US-Spezialeinheit ebenso wenig Hinweise auf verbotene Waffen im Irak gefunden wie zuvor ein Inspektorenteam der IAEA. Im Bericht der US-Experten unter der Leitung des Beraters des US-Geheimdienstes CIA, David Kay, hieß es, es gebe allerdings Hinweise auf Saddams Streben nach Atomwaffen und anderen Massenvernichtungswaffen.

Die IAEA kritisierte, dass in Kays Bericht Belege fehlten. Insgesamt deckten sich die Erkenntnisse aber in vielen Bereichen mit jenen der IAEA, sagte ElBaradei. Er entnehme Kays Bericht, dass die Inspektionen der UNO funktioniert hätten und dass es gefährlich sei, voreilige Schlüsse zu ziehen, ohne die Beweise mit Vorsicht gegeneinander abzuwägen.

ElBaradei sagte weiter, dass die UNO-Inspektoren die Arbeit im Irak kostengünstig erledigen könnten. Die UNO-Behörde hatte für die Kontrollen für ein Jahr 60 Millionen US-Dollar veranschlagt. Im Vergleich dazu werden die Kosten für die von den USA geführten Inspektionen auf rund 900 Millionen US-Dollar veranschlagt. (Reuters)

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    Mohamed ElBaradei

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