Blair und Ahern drängen auf neues Nordirland-Abkommen

14. Oktober 2003, 11:48
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Verhandlungen in London - Wahl könnte Mitte November stattfinden

London - Großbritannien und Irland wollen den festgefahrenen Friedensprozess in Nordirland wieder in Gang bringen. Der britische Premierminister Tony Blair und der irische Regierungschef Bertie Ahern drangen am Montag auf ein neues Abkommen, das die Grundlage für Wahlen im kommenden Monat legen soll. Vom Ergebnis der in London aufgenommenen Verhandlungen hängt es ab, ob Großbritannien die Parlamentswahl in Nordirland für Mitte November ansetzt.

Die Wahl war ursprünglich im Mai geplant, wurde aber von Blair mit der Begründung verschoben, die Untergrundorganisation IRA habe sich nicht deutlich genug zu einem Gewaltverzicht bekannt. Großbritannien hatte die nordirische Selbstverwaltung vor einem Jahr ausgesetzt.

"Kollektives Bemühen"

An den Gesprächen in London nehmen auch der Vorsitzende der IRA-nahen Partei Sinn Fein, Gerry Adams, sowie der Parteichef der Ulster Unionists, David Trimble, teil. Trimble sagte, er sei zuversichtlich. Der Erfolg der Gespräche hänge aber davon ab, ob die Irisch-Republikanische Armee bereit sei, ihre Waffen abzugeben und alle Aktivitäten einzustellen. Die protestantische Ulster Unionist Party macht einen Gewaltverzicht der IRA zur Bedingung für eine erneute Regierungszusammenarbeit mit Sinn Fein.

Adams bezeichnete die Verhandlungen als "kollektives Bemühen" um eine Lösung des Konflikts. "Wir werden unser Bestes tun", sagte er. Beide Seiten fordern eine baldige Entscheidung Großbritanniens über den Wahltermin. Trimble sagte, er erwarte eine entsprechende Ankündigung am Mittwoch. "Heute geht es darum, wo wir stehen und wie weit wir gekommen sind", sagte ein Sprecher Blairs. Die Bausteine für eine Vereinbarung zur Wahl seien vorhanden. (APA/AP)

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