Salzburg: Zahl der Graureiher schwindet

13. Oktober 2003, 21:42
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Brut von fünfzig auf dreißig Paare reduziert - Grüne kritisieren "Vogelabschussplan- Verordnung" der Landesregierung

Salzburg - Der Bestand der Graureiher ist im Bundesland Salzburg stark zurückgegangen. Die Zahl der Brutpaare ist seit 1995 von rund 50 auf 27 bis 30 zurückgegangen. Dennoch habe Landeshauptmann Franz Schausberger (ÖVP) die erlaubte Abschusszahl von 92 Graureihern im Vorjahr heuer auf 101 Tiere noch erhöht, kritisierte die Grüne Landtagsabgeordnete Heidi Reiter. Der Bestand der Graureiher sei "massiv gefährdet".

Kolonie zusammengebrochen

Christine Medicus von der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft im Haus der Natur, welche die Graureiher-Zählung durchgeführt hat, nennt als Gründe für den Rückgang unter anderem den gänzlichen Zusammenbruch der Kolonie am Abtenauer Egelsee, der auf massive Störungen im Jahr 2002 und Sturmschäden zurückzuführen ist, sowie eine starke Abnahme der landesweit einzigen größeren Kolonie in Hellbrunn um fast 50 Prozent. Dennoch gab es 2003 in Salzburg mehr brütende Graureiher als etwa vor 15 Jahren, als die Zahl der Horste nur knapp über 20 gelegen war, so Medicus.

Grüne bemängeln "Vogelabschussplanverordnung"

Für die Grünen liegt der Rückgang in der "Vogelabschussplanverordnung" des Landes, deren sofortige Rücknahme Reiter am Montag in einer Aussendung verlangt. Bereits vor drei Jahren habe sich Salzburg wegen "seiner EU-widrigen Abschüsse von Graureihern und Kormoranen ein umfangreiches Mahnschreiben der Kommission" eingehandelt. "Bis heute hat es der für diese Abschüsse ressortzuständige Landeshauptmann nicht für nötig befunden, dieser Rüge entsprechend zu handeln", kritisiert Reiter. (APA)

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