Duve besorgt über Mord an russischem Journalisten

21. Oktober 2003, 19:57
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OSZE-Medienbeauftragter Duve: "Bösartiger Angriff auf Pressefreiheit"

Der Medienbeauftragte der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), Freimut Duve, hat sich schockiert über den Mord am russischen Journalisten Alexej Sidorow (etat.at berichtete) gezeigt. Der Chefredakteur einer Lokalzeitung sei am vergangenen Donnerstag von zwei Männern auf dem Parkplatz seiner Wohnung in Toliatti (Region Samara, rund 900 Kilometer östlich von Moskau) niedergestochen worden. "Dieser jüngste bösartige Angriff auf die Pressefreiheit in Russland ruft erneut ernsthafte Sorge um den Zustand der freien Medien in diesem Land hervor", betonte Duve am heutigen Montag in einer Aussendung der OSZE.

Der Mord sei nach Ansicht von Sidorows Redaktionskollegen mit dessen journalistischer Tätigkeit verbunden gewesen, so Duve. Die Zeitung "Tolilatinskoje Obosrenje" habe regelmäßig über Korruption und Organisierte Kriminalität berichtet. Bereits am 29. April 2002 sei Sidorows Vorgänger bei der Lokalzeitung, Waleri Iwanow, ermordet worden. "Zensur durch Tötung, wie der Mord in Toliatti, fördert ein Klima der Selbstzensur und untergräbt jeglichen sinnvollen investigativen Journalismus", unterstrich Duve. Er forderte die russischen Behörden auf, "ihr Äußerstes" zur Untersuchung des Mordes an Sidorow zu tun, so wie sie dies öffentlich versprochen hätten. (APA)

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