Wien-Favoriten: "Messerbande" raubte Bank aus

14. Oktober 2003, 19:48
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Möglicherweise dritter Coup der Gruppe seit Ende Juli in Wien

Neuerlich hat eine "Messerbande" in Wien einen Banküberfall verübt. Mindestens sechs unmaskierte Männer stürmten Montagvormittag in eine Bank-Austria-Filiale in der Laxenburger Straße in Wien-Favoriten und bedrohten Kunden und Angestellte mit Messern und Holzlatten. Über ihre Beute konnten sich die Unbekannten allerdings nicht lange freuen: Das Alarmpaket detonierte und machte den Großteil des geraubten Geldes wertlos.

Für Hannes Scherz von der Wiener Kriminaldirektion 1 steht noch sicher nicht fest, ob der Coup mit zwei ähnlichen Überfällen Ende Juli zusammenhängt. "Es gibt aber gewisse Ähnlichkeiten in der Vorgehensweise. Immer hatten die Täter Messer und traten sehr bedrohlich auf." Beim gestrigen Überfall wurden auch einige der Bankkunden geringfügig verletzt.

Gründlich geplant

Sicher ist, dass der Raubzug gründlich geplant war. Um Verfolger aufzuhalten, deponierten die Verbrecher noch eine Bombenattrappe in der Bank, anschließend bestiegen sie ihren ersten Fluchtwagen, einen Chrysler Voyager. Wenige Straßenecken weiter wechselten sie in zwei kleinere Fahrzeuge und streuten noch Nägel auf die Fahrbahn, um sich den Rücken frei zu halten.

Wenige Anhaltspunkte

Trotz der vielen Zeugen während des Überfalls und der Flucht hat die Polizei derzeit nur wenige Anhaltspunkte, erklärt Kriminalist Scherz. "Die Täter schrien in einer ,unverständlichen Sprache' herum, wir wissen derzeit aber nicht, ob es sich eher um Osteuropäer oder Südamerikaner handelt." Auch die Ermittlungen nach den beiden Überfällen im Juli hätten bisher "nichts Konkretes ergeben", gesteht Scherz ein.

Überprüft wurde Montagnachmittag auch ein leichter Verkehrsunfall mit Fahrerflucht auf der A2. In diesen war ein Fahrzeug mit fünf Insassen verwickelt, noch wissen die Ermittler aber nicht, ob ein Zusammenhang mit dem Bankraub besteht. (moe/DER STANDARD; Printausgabe, 14.10.2003)

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