Pet Shop Boys haben Verständnis für Casting-Boom

23. Oktober 2003, 20:34
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Aber nicht für Musikdownloads aus dem Internet

Das britische Pop-Duo Pet Shop Boys, als erbitterte Gegner von Casting-Shows bekannt, hat nun doch Verständnis für deren Erfolg. "Das Publikum war von der Musikindustrie viel zu lange von Entscheidungen ausgeschlossen", sagte Bandmitglied Chris Lowe (44) in einem dpa-Gespräch. "Jetzt freuen sich die Menschen, endlich mitzubestimmen." In Großbritannien gehe der Casting-Boom allerdings nach seinen Eindrücken zurück, meinte Sänger Neil Tennant (49).

Scharfe Attacke

Die Pet Shop Boys, die ihre größten Erfolge ("West End Girls", "Rent") in den 80er Jahren feierten, hatten im vergangenen Jahr in einem "Spiegel"-Beitrag mit einer scharfen Attacke gegen Musik aus Casting-Shows in der Branche für Aufsehen gesorgt. "Es sollte eigentlich nur ein Interview sein", erinnerte sich Tennant. "Dann ist ein Artikel daraus geworden, und damit so etwas wie ein Manifest. Jetzt werden wir in Deutschland ständig darauf angesprochen."

Kein Verständnis haben die beiden Musiker dagegen für Fans, die ihre Musik in Raubkopien aus dem Internet herunterladen. "Das nehme ich diesen Leuten richtig übel", sagte Tennant. "Die sagen sich, diese Popstars sind so reich, das tut denen nicht weh. Aber komischerweise trauen sie sich das nur bei Musikstücken und nicht im Alltagsleben."

Dass es immer noch keine effizienten Möglichkeiten für die Überwachung von Urheberrechten im Internet gebe, kann Tennant nicht verstehen. "Wenn unser Song mal von irgendeinem polnischen Radiosender gespielt wird, kann ich sicher sein, dass dafür ein paar Pfund auf unser Konto kommen. Wieso soll so etwas nicht auch im Web möglich sein?" Auf jeden Fall konnte die neue Single "Miracles" von der im November erscheinenden Best-of-CD "PopArt" auf der offiziellen Bandseite gespielt, aber nicht heruntergeladen werden. (APA/dpa)

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