Vorarbeiten für Hecken-Austausch in Schönbrunn haben begonnen

13. Oktober 2003, 17:19
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Kleine Gruppe von Grünen demonstriert - Rodungen beginnen erst am Dienstag

Im Schlosspark Schönbrunn haben am Montag früh die Vorarbeiten für den viel diskutierten Austausch der Hainbuchen-Hecke begonnen. Die Fällung der ersten von rund 250 Bäumen findet allerdings erst am Dienstag statt. Gezählte acht Vertreter der Wiener Grünen haben mit Schildern und Transparenten gegen den Hecken-Austausch demonstriert. Umweltsprecher Rüdiger Maresch forderte eine "Nachdenkpause". An der Umsetzung der Pläne der Bundesgärten-Direktion dürfte das allerdings nichts mehr ändern.

Man tausche die Pflanzen im so genannten Blumenparterre "nicht aus Jux und Tollerei" aus, sagte Bundesgärten-Direktor Peter Fischer-Colbrie. Die seit bereits acht Jahren im Augarten angepflanzten Ersatz-Hainbuchen sind mittlerweile rund fünf Meter hoch und müssten jetzt verwendet werden, sagte er.

Vorarbeiten

Bis Ende November soll der Austausch abgeschlossen sein. Am Montag finden allerdings erst die Baustellen-Vorarbeiten statt. Parkbänke werden weggeräumt, die Mistkübel ausgeleert und der Schlosspark wird weiträumig abgesperrt. Dienstagvormittag sollen dann die Baumaschinen auffahren und mit der Rodung der Hecken beginnen.

Die Wiener Grünen haben ihren Unmut mit Transparenten zum Ausdruck gebracht. "Diskussion statt Kettensäge" oder "Der Absolutismus ist schon lange vorbei, Herr Fischer-Colbrie" war auf diesen zu lesen. Weitere Protestmaßnahmen - etwa in Form von Ankettungen - hatte Maresch bereits zuvor ausgeschlossen. Für die ebenfalls anwesende Polizei war es daher ein geruhsamer Vormittag.

"Die Rodung ist nicht mehr aufzuhalten"

An eine Verhinderung des Hecken-Austausches glaubt Maresch mittlerweile selbst nicht mehr. "Die Rodung ist nicht mehr aufzuhalten. Fischer-Colbrie ist völlig verbohrt", sagte er vor Journalisten. Man spreche sich zwar weiter für Verhandlungen aus, der Bundesgarten-Direktor zeige dafür aber keine Bereitschaft. "Das war's damit", sagte Maresch. Weitere Proteste werde es von Seiten der Grünen nicht geben.

Die Wiener Grünen wollten die etwa zwölf Meter hohen Hainbuchen-Hecken "in Stufen" austauschen. Die Bundesgärten werden jedoch einen Komplettaustausch vornehmen und berufen sich dabei auf das Bundesdenkmalamt. Vorbild ist die Position der Hecke von 1780.

Kritik auch von der Schloss Schönbrunn Betriebsgesellschaft

Kritik an diesen Plänen hatte es zuletzt nicht nur von Seiten der Grünen gegeben. Die Schloss Schönbrunn Betriebsgesellschaft hatte den Zeitpunkt bemängelt. Im Herbst überprüft die UNESCO noch einmal den Weltkulturerbe-Status. Eine Großbaustelle würde ein schlechtes Bild machen, befürchten die Betreiber. Fischer-Colbrie hält dem entgegen, dass durch die Fassaden-Renovierung von Schloss Schönbrunn und die Arbeiten bei der großen Freitreppe "das Gesamtbild" viel mehr gestört werde. (APA)

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    Am Dienstag sollen im Schönbrunner Schlosspark die ersten von 250 Bäume gefällt werden.

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