One forciert Mobilfunk-Integration

20. Oktober 2003, 14:32
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40 bis 60 Prozent der derzeitigen IT-Anwendungen werden mobil - One strebt 2003 Umsatzsteigerung auf 670 Millionen Euro an

Die Integration des Mobilfunks in die Kunden-IT ist in der nächsten Zeit die größte Herausforderung für Mobilfunkbetreiber und Unternehmen, erklärte am Sonntag der One-Geschäftskunden-Chef Martin Lippautz in Genf anlässlich der Fachmesse "ITU Telecom World" vor Journalisten. Demnach werden künftig 40 bis 60 Prozent der derzeitigen IT-Anwendungen über mobile Lösungen abgewickelt. Bereits jetzt verwende jede zweite Firma mit mehr als 50 Mitarbeitern mobile Mailinglösungen.

Integration

Die Integration Mobilfunk-IT-Infrastruktur werden laut Lippautz in erster Linie die Hersteller von Nebenstellen-Telefonanlagen merken, da Handys günstiger seien als der firmeninterne Einsatz von Schnurlostelefonen. Zunehmen werde hingegen das Geschäft mit Mini-Computern, sogenannten PDAs (Personal Digital Assistant), wobei derzeit aber noch die wenigsten Geräte über eine Telefoniefunktion verfügen. One will jedenfalls PDAs mit eingebauter SIM-Karte, sprich mit Telefoneigenschaft, auch gestützt verkaufen.

Freude

Sehr erfreut zeigte sich Lippautz mit der Entwicklung der Geschäftskundenzahl, wo man den Marktanteil von 10 auf 12 Prozent gesteigert habe. Verloren hätten hingegen die Mobilkom Austria und T-Mobile, wobei sich insbesondere die Mobilkom eher auf größere Unternehmen spezialisiere, wodurch One aufholen konnte, so der One-Manager. Heuer soll der Gesamtumsatz von One bei 660 bis 670 Millionen Euro liegen, 2002 waren es den Angaben zu Folge 620 Millionen Euro.

UMTS

Wenig hält Lippautz vom UMTS-Start der Mitbewerber Mobilkom Austria und Hutchison ("3"), da es bis heute keine funktionierenden Endgeräte gebe. One hatte vor einem Monat den UMTS-Testbetrieb aufgenommen, wann kommerziell gestartet wird, hänge nach wie vor von verfügbaren und funktionierenden Handys ab. UMTS sei jedenfalls keine Revolution, sondern mache schlicht nur die Datenübertragung schneller, wobei die GPRS-Übertragungsgeschwindigkeit die derzeit angebotenen Datenlösungen ausreichend unterstützen, versichert der One-Geschäftskundenchef.

Kooperativ

Sehr zufrieden gibt sich One mit der Mobilfunk-Kooperation mit dem Telekom-Anbieter Tele2. Die Nachfrage der Tele2-Festnetzkunden nach Mobilfunk liege stark über den Erwartungen. Derzeit würde etwa jede dritte Sprachminute in Österreich via Mobilfunk übertragen, der Rest falle aufs Festnetz, was laut Lippautz zeige, wie sehr das Handy das klassische Standtelefon verdrängt.

Ausgelagert

Die bereits angekündigte Auslagerung der gesamten Netzwerkabteilung an den französischen Industriekonzern Alcatel mit 1. Jänner 2004 würde den One-Berechnungen nach Einsparungen von 200 bis 300 Millionen Euro in den nächsten fünf Jahren bringen. Betroffen von dem Outsourcing wären 170 Mitarbeiter, die von Alcatel mit einer einjährigen Arbeitsplatzgarantie übernommen würden. (APA)

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