US-Börsenpolizei: Mehr Kontrolle für "Hedgies"

24. Oktober 2003, 18:03
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Die SEC diskutiert die Registrierung von Hedgefonds

New York - Vertreter der US-Börsenaufsicht SEC wollen Hedgefonds künftig registrieren. Das wäre ein erster Schritt, die Branche, die mittlerweile rund 600 Mrd. Dollar verwaltet, unter die Aufsicht der Börsenpolizei zu stellen. Für Investoren würde das vor allem mehr Publizitätspflichten der Fonds bedeuten.

Hintergrund ist, dass die meist hochspekulativ investierenden mehreren Hundert Hedgefonds quasi unter den Radarschirmen der Aufsichtsbehörden agieren und sich ihre Investorenschar rasant vergrößert. Denn aus diesen Produkten erhoffen sich Anleger Renditen, die sonst nirgends zu holen sind. SEC-Studien zufolge soll das Anlagevolumen in diese Produkte in fünf bis sechs Jahren rund eine Billion Dollar erreicht haben.

"Unnötige Bürde"

Mit einer Stimme spricht die US-Börsenpolizei aber nicht: Kritiker innerhalb der SEC wenden ein, dass eine solche Kontrolle der Hedgefonds die knappen Ressourcen der SEC zum Anlegerschutz binden würde. Investoren seien meist ohnedies sehr vermögende Privatkunden, die ein Heer von Anwälten zu ihrem Schutz zur Verfügung hätten. Vertreter der Fonds, darunter der Branchenverband Managed Fund Association, wehren sich ebenfalls gegen eine Mehrkontrolle als "unnötige Bürde".

Ein Alternativvorschlag der SEC lautet, das Mindestvermögen, das Hedgefonds-Investoren aufweisen müssen, von einer auf 1,5 Mio. Dollar zu erhöhen. Indes haben sich 48 Hedgefonds freiwillig registrieren zu lassen, um durch solche Transparenz für Anleger interessanter zu werden. (DER STANDARD Print-Ausgabe, 13.10.2003)

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