Neuer Beraterpool will Weg in den Osten ebnen

16. Oktober 2003, 15:55
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Künftig soll die Expansion heimischer Unternehmen in die neuen EU-Länder leichter werden - Ab Anfang November stehen "Lotsen" bereit

Wien - Obwohl österreichische Unternehmen als Auslandsinvestoren in Osteuropa bereits stark vertreten sind, dominieren bei potenziellen Neueinsteigern derzeit noch beachtliche Schwellenängste. Die meisten fürchten sich davor, auf eher unbekanntem Terrain die falschen (Polit)Drähte zu ziehen sowie ein nicht funktionierendes Rechtssystem.

Ab November will nun ein Pool von derzeit vierzig Unternehmensberatern, die "mit interkulturellem und Wirtschafts-Know-how in den neuen EU-Länder faktisch zu Hause sind, solchen Ängsten den Stachel nehmen", schildert der Sprecher der "TransEuropa-Berater", Peter Schneyder, im STANDARD-Gespräch. Der Vorteil für die Ost-Aspiranten liege im punktgenauen Zugangs zum spezialisierten Berater, was Anlaufprobleme und Verzögerungen reduzieren helfe und die Expansion damit leichter sowie insgesamt billiger mache.

Die neue Consulter-Gruppe, die von der Wiener Interessensvereinigung der Unternehmensberater österreichweit initiiert wurde, will Firmen jedenfalls nicht nur mit klassischer Beratung, wie etwa Markt- und Kundenanalysen oder Vermarktungsstrategien versorgen, sondern ihnen vor allem mit individuellen Lobbying vor Ort an die Hand gehen. Das können sie schon allein deswegen, so Schneyder, weil alle erfolgreich Ostprojekte abgewickelt haben müssen, um überhaupt im neuen Beraterpool agieren zu dürfen.

Dass sich Investitionen in Mittel- und Osteuropa für heimische Firmen lohnen, zeigt auch der aktuelle World-Investment-Report. Während die österreichischen Auslandstöchter bis zur Mitte der neunziger Jahre kaum Erträge erwirtschafteten, betrug der letzte Jahresertrag rund 1,3 Mrd. Euro. 80 Prozent davon stammen aus Mittel- und Osteuropa. (Monika Bachhofer, DER STANDARD Print-Ausgabe, 13.10.2003)

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