High-tech-Hangar Österreich

19. Oktober 2003, 20:22
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Bereits 35 heimische Unternehmen sind Partner der internationalen Luftfahrt

Die Entwicklung, die mit den Draken und den dazu gehörigen Gegengeschäften etwa Mitte der 80er-Jahre den Anfang nahm, hat sich inzwischen im vergleichsweise kleinen Land Österreich zu einer ganz beachtlichen Industriesparte gemausert. 35 österreichische Unternehmen gibt es bis dato, die für die Luftfahrt produzieren und im internationalen Luftfahrtgeschäft mithalten wollen.

Dafür haben sie sich vor allem in Nischen positioniert. Für österreichische Verhältnisse ist das Geschäft mit der Luftfahrt noch immer eine relativ junge Branche. Erst im Jahr 1999 haben sich diese Unternehmen ganz offiziell in der Austrian Aeronautics Industries Group, kurz AAI, der Interessengemeinschaft der Österreichischen Luftfahrtzulieferindustrie organisiert, nicht zuletzt, um "sich gegenseitig zu unterstützen und Synergien zu schaffen", wie Walter A. Stephan, Chef des Rieder Flugzeugteilkonstrukteurs Fischer Advanced Composite Components (FACC), es ausdrückt.

"Wir hatten ein Spartenwachstum über 20 Prozent", sagt Franz Hrachowitz, Vorsitzender der AAI, noch immer euphorisch und meint damit aber natürlich die Jahre vor 2001. Die internationale Luftfahrtkrise hat natürlich auch dem österreichischen Höhenflug in Sachen Luftfahrt einen Strich durch die Rechnung gemacht. Dennoch konnten auch im Jahr 2002 trotz eines Umsatzrückgangs von acht Prozent noch immer 351 Millionen Euro alleine von der Zulieferindustrie erwirtschaftet werden. Verantwortlich dafür sind eben Betriebe wie die FACC oder die steirischen Böhler-Werke, hier im Besonderen die Böhler Schmiedetechnik in Kapfenberg, der zweitgrößte österreichische Flugfahrtzulieferbetrieb, spezialisiert auf Turbinen- und Landungsgerätebau. Der auf Nichtmetalle spezialisierte Betrieb Isovolta in Wiener Neudorf konnte 1987 bereits die Entwicklung der Airdec-Flugzeugfolie abschließen und hat sich heute einen Namen mit Herstellung von Baumaterialien und Flugzeuginnenraumteilen gemacht.

Bombardier Rotax stellt bereits seit den frühen Achtzigerjahren fertige Motoren her, und die Firma Test-Fuchs in Groß-Siegharts macht hochkomplexe Prüfanlagen für die internationale Luft- und Raumfahrt. 2002 hat Österreich 43 Millionen Euro in die Forschung und Entwicklung der Luftfahrtindustrie gepumpt. Wobei hier der Schwerpunkt deutlich auf der Entwicklung liegt. Die österreichische Luftfahrtindustrie hat ihren Aufschwung vor allem mit modernen Produktentwicklungen gemacht. "Wir müssen noch mehr Geld in die Hand nehmen", sagt Hrachowitz, denn nur durch Risk-Sharing und durch Technologieführerschaft werde Österreich im internationalen Luftfahrtbusiness mithalten können. (mia/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13. 10. 2003)

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