Ausschnitte der Wirklichkeit

21. Oktober 2003, 18:59
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Die Galerie Chobot zeigt "Objekte und Leinwände" von Gottfried Ecker

Gottfried Ecker notiert Dingkonstellationen, die einzig seinen Ansprüchen an Stimmigkeit und Brisanz - je nachdem - genügen. Die Galerie Chobot zeigt neue Objekte und Leinwände. Eine eindeutige Trennung von Vorgefundenem, bewusst oder auch zufällig Entdecktem und Konstruiertem, selbst Zurechtgerücktem ist dabei kaum abzuleiten. Eine psychologische Interpretation der Skizzen, Notate wie der zwangsläufig komplexeren Leinwände ist als Rezeptionsverhalten ebenso irreführend. wie der Versuch der (kunst-)historischen Einordnung letztlich nichts bringt. Gottfried Eckers Strukturanalysen und -interpretationen sind Einsichten in eine prinzipiell dynamische Kategorie. Sein Hinweis gilt dabei nicht dem gemeinsamen Prinzip hinter Lage und Verbindung der einzelnen Teile, nicht dem Stimmungsgehalt einzelner Objektkonstellationen.

Energie äußert sich als Vollzug der Verwirklichung einer Möglichkeit - der Möglichkeit, sich dem Dasein der Dinge zu stellen, festzuhalten, was bestimmt und bewegt, derart das eigene Sein im Kontakt mit dem Gegebenen ringsum zu entwickeln. Letztlich sind Eckers Ausschnitte aus der Wirklichkeit jeder für sich Angriffe wider ein ohnehin nur vermeintlich festes Weltbild. Sehen erfordert die Bereitschaft, Zweifel an der eigenen Ordnung der Dinge zuzulassen. (mm/DER STANDARD, Printausgabe, 13.10.2003)

Galerie Chobot
, 1010 Wien
Domg. 6
01/512 53 32
Di-Fr 13-18
Sa 11-16
Ab 17. 10.
  • Gottfried Ecker zeigt Leinwände (Ausschnitt) und Objekte bei Dagmar Chobot.
    foto: galerie chobot

    Gottfried Ecker zeigt Leinwände (Ausschnitt) und Objekte bei Dagmar Chobot.

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