Oberösterreich: Wahlüberraschung im letzten Rennen

14. Oktober 2003, 10:24
posten

Bürgermeister- Stichwahlen: Landesweit hielt die ÖVP ihren Stimmenanteil, stellt jedoch weniger Ortschefs - Die SPÖ gewann klar

Linz – Die Sozialdemokraten konnten zulegen, die Volkspartei behauptete sich als Nummer eins im Land. Die Bürgermeisterstichwahlen in Oberösterreich sind geschlagen, jetzt ist klar, wie es in den nächsten Jahren politisch in den Gemeindehäusern ausschaut – bis auf Weyregg.

Die Volkspartei konnte sich behaupten: 41,8 Prozent der Stimmen erreichte die VP bei den Gemeinderatswahlen gegenüber 41,7 Prozent davor, künftig stellt sie 4900 Gemeinderäte. 3558 Gemeinderäte in Oberösterreich kommen von der SPÖ, das entspricht 42,4 Prozent der Stimmen – 1997 waren es 34,1 Prozent.

Die Bürgermeisterstichwahlen, die vergangenen Sonntag in 31 oberösterreichischen Gemeinden abgehalten wurden, sorgten noch für einige Überraschungen. Vor allem in Ottensheim sorgte das Ergebnis für so manch erstauntes Gesicht. Vor allem beim amtierenden Bürgermeister Konrad Hofer. Dieser wurde von der Kandidatin der Bürgerliste "PRO-O", Ulrike Böker, aus dem Rennen geworfen.

1302 Ottensheimer gaben Böker ihre Stimme, VP-Kontrahent Hofer muss mit 1140 Stimmen den Bürgermeistersessel im Rathaus räumen. Im ersten Wahlgang deutete noch nichts auf einen möglichen Sieg hin, die jetzt "überglückliche" Bürgerlistenkandidatin lag noch 287 Stimmen hinter dem amtierenden Bürgermeister.

Ein weiteres Überraschungsergebnis gab es in Kopfing bei Schärding: Obwohl VP-Kandidat Josef Wasner bei der Direktwahl vor zwei Wochen 45 Prozent der Stimmen für sich verbuchen konnte, wurde es am Sonntag nichts mit dem Traum vom Bürgermeister: Neuer Bürgermeister ist "Bürgerlistler" Otto Strassl. Der neue Bürgermeister ist Bundesvorsitzender der Fraktion Christlicher Gewerkschafter der Eisenbahner und hat damit mit VP-Kandidat Wasner einen Mann aus den eigenen Reihen geschlagen.

Nach dem nun vorliegenden Gesamtergebnis stellt die ÖVP in Oberösterreich insgesamt 321 Gemeindeoberhäupter, die SPÖ 111, die FPÖ acht und "sonstige" Parteien vier.

Ein Kandidat zur Wahl

Trotz der vorliegenden Auszählungsergebnisse erliegt man aber einem Trugschluss, glaubt man, das Thema Wahl sei damit endgültig vom Tisch. Im Endergebnis fehlt noch die Gemeinde Weyregg am Attersee. Dort hatte der nach dem ersten Wahlgang als Zweiter platzierte ÖVP-Kanditat verzichtet.

Die Gemeindebürger müssen jetzt über den verbleibenden Kandidaten des "Bürgerforums" abstimmen, hieß es vonseiten des Landeswahlbehörde. Dies sei erst am 26. Oktober möglich. (DER STANDARD, Printausgabe, 14.10.2003)

Von Markus Rohrhofer
  • Bild nicht mehr verfügbar

    Die Wahlen in Oberösterreich sind nun beinahe beendet.

Share if you care.