Pilotenverband bezweifelt Sicherheitsstandards der AUA-Ersatzflieger

13. Oktober 2003, 15:46
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Zugemietete Flugzeuge erfüllen "safety audits" von AUA und Star Alliance nicht

Wien - Der Verband Österreichischer Verkehrspiloten ACA (Austrian Cockpit Association) meldet Zweifel an den Sicherheitsstandards der von der AUA wegen des Streiks am Samstag zugemieteten Flugzeuge an. Die Eigentümer dieser Maschinen würden internationale Sicherheitsvorschriften - "safety audits" - nicht erfüllen. Es bestehe daher die Gefahr, "dass Austrian Airlines ihren Status als Star Alliance-Partner verliert", befürchtet ACA-Vorsitzender Wilhelm Maderner im APA-Gespräch.

Zumindest einige der 17 von der AUA am Samstag von ausländischen Gesellschaften zugemieteten Maschinen "entsprechen weder dem Sicherheitsstandards der AUA, noch dem der Star Alliance", sagte Maderner. Star Alliance ist die weltweit größte internationale Luftfahrtallianz, der unter anderem die Lufthansa, United Airlines und die gesamte Austrian Airlines-Gruppe angehören.

"Safety audits" nicht erfüllt

Laut ACA kam am Samstag auch Fluggerät der italienischen Volare, der Wedel Aviation, Euro Airways oder der rumänischen Tarom für die Durchführung von AUA-Flügen zum Einsatz.

Zu "safety audits" gehören auch regelmäßige Sicherheits-Checks. Das Fehlen dieser Standards sei u.a. der Grund für nicht zustande gekommene Kooperationen, etwa für Code-Share-Flüge. "Das heißt nicht unbedingt, dass die Flieger unsicher sind, aber die vorgeschriebenen Standards sind nicht erfüllt", so Maderner.

Die Pilotenverbände von Lufthansa und United hätten bei ihren Managements bereits Bedenken in diese Richtung geäußert. Im übrigen hätten sich international Pilotenverbände solidarisch mit dem Streik der AUA-Piloten gezeigt, etliche Airlines, darunter die Air Canada, hätten sich daher geweigert, der AUA auf Anfrage Flugzeuge zu vermieten.

Mit 17 zugemieteten Flugzeugen, Umbuchungen und dem Verlagern auf Flieger der Töchter Lauda Air und Austrian arrows (Tyrolean Airways) hat die Austrian am Samstag trotz Streiks nach eigenen Angaben 95,5 Prozent der geplanten Flüge durchgeführt. Acht Flüge fielen aus, es gab etliche Verspätungen. (APA)

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