AUA: "Brauchen keine Verhandlungslösung"

12. Oktober 2003, 19:05
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Zustimmung der Gewerkschaft nicht benötigt - Gewerkschaft ist "streikgeil" - AUA-Betriebsrat: "Sie holen es sich so oder so"

Wien - Auch am Sonntag blieben die Fronten im Streit um geplante Kosteneinsparungen bei der österreichischen Fluglinie AUA verhärtet. "Die Unternehmensleitung der Austrian Airlines Group (AAG) braucht nicht notwendiger Weise eine Verhandlungslösung, da sie die Möglichkeit hat, diese Kosteinsparung durch Maßnahmen herbei zu führen, für die sie keine Zustimmung der Gewerkschaft HTV braucht", so AUA-Sprecher Johannes Davoras am Sonntag zur APA.

Streikwelle der "HTV-Karriere-Neurotikern" eindämmen

Diese Maßnahmen bestünden etwa aus einer maßvollen Verlagerung von Flugproduktionen - einmal 2004 in Form der Verlagerung von 4 Fokker 70 Flugzeugen von Austrian zu Austrian arrows und danach ab 2005 eventuell in Form der Verlagerung von zwei Langstreckenflugzeugen von Austrian zu Lauda Air.

Die AUA-Unternehmensleitung werde alle erforderlichen Vorsorgemaßnahmen und auch konzerninterne Konsequenzen setzen, um die von "HTV-Karriere-Neurotikern" angekündigte Streikwelle einzudämmen. "Es ist unsere Pflicht Schaden von unseren Passagieren und von unserer Gesellschaft abzuwenden, dementsprechend wird hierbei eine konsequente Linie verfolgt werden", heißt es.

"Die streikgeile und zügellose ÖGB-Teilgewerkschaft-HTV will die Restrukturierung eines Unternehmens verhindern und macht damit das zunichte, was 7.000 Mitarbeiter in den letzten beiden Jahren mühsam und mit beispielhaftem Engagement aufgebaut haben", so Davoras weiter. Sie habe sich sogar über eine Einstweilige Verfügung und eine Unterlassungsklage hinweggesetzt und genau das getan, was dieser Gerichtsbeschluss des Arbeits- und Sozialgerichts hätte verhindern sollen - nämlich eine massive und vorsätzliche Schädigung des Unternehmens.

"Sozial verträgliche Einsparungskonzepte"

Das am Samstag vom Vorstand mit den HTV- und Bordbetriebsratsvertretern geführte Gespräch habe zu nichts geführt, da diese nicht akzeptierten, dass weitere Gespräche nur dann geführt werden können, wenn das Ziel lautet, ein für "beide" Seiten akzeptables Ergebnis binnen kurzer Zeit anzuvisieren, so die AUA. Anstatt dessen hätten sie ultimativ gefordert, die Einsparungserfordernisse massiv zurück zu nehmen.

Diese Einsparungserfordernis sei aber nicht willkürlich festgelegt, sondern gebe der Markt vor, so die AUA weiter. Es stelle genau den aktuellen Wettbewerbsnachteil des Austrian Flugbetriebs dar. Insofern sei nicht die Höhe, sondern nur die Art der Gestaltung verhandelbar, wobei dafür die Unternehmensleitung ein sozial verträgliches und ausgewogenes Konzept präsentiert habe. "Es muss doch in einem modernen Staat wie Österreich möglich sein, auch ein historisch gewachsenes Unternehmen und seine Rahmenbedingungen mit sozialem Augenmaß so zu verändern, dass es damit auch dem heutigen Wettbewerb wieder gewachsen ist."

AUA-Betriebsrat: "Sie holen es sich so oder so"

"Sie holen es sich so oder so", so der stellvertretender Vorsitzender des AUA-Bordbetriebsrats, Karl Minhard, zur heutigen Ankündigung des AUA-Vorstandes, die Kosteneinsparungen notfalls auch ohne Verhandlungslösung mit dem AUA-Bordbetriebsrat umsetzen zu wollen. "30 Mio. Euro und das ist es. Das Geld für die Managementfehler, die sie selber machen, holen sie sich vom Personal", kritisiert Minhard. (APA)

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