Konkurrenz muss weiter warten

23. Oktober 2003, 16:41
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Williams-BMW und McLaren-Mercedes stehen am Ende der Saison erneut mit leeren Händen da

Suzuka - Beim Formel-1-Saisonfinale in Suzuka hatte Williams-BMW alle Chancen, die Vorherrschaft von Ferrari in der Konstrukteurs-WM nach vier Jahren zu beenden. Doch der GP von Japan endete mit einer Nullnummer: Juan Pablo Montoya schied an der Spitze legend aus, Ralf Schumacher blieb als Zwölfter ohne Punkte. "Das Rennen war wie die gesamte Saison eine Achterbahn. Wir haben zu viele Fehler gemacht", sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen.

Dass Williams-BMW überhaupt so nah vor dem Titel stand, gleicht nach dem Saisonverlauf allerdings ohnehin einem Wunder. Nach einem völlig verkorksten Saisonstart - vor allem wegen der schlechten Aerodynamik wurde der FW25 sogar als Schildkröte verspottet - wandelte sich die britisch-deutsche Zweckgemeinschaft in der zweiten WM-Hälfte zum Erfolgsteam und hätte beinahe ihren eigenen Fünfjahresplan frühzeitig erfüllt. Beim von Gerhard Berger angeführten BMW-Wiedereinstieg in die Formel 1 hatte man wenigstens einen Titel bis 2004 als Vorgabe genannt.

MP4-18 - der Wagen, der nie fuhr

Auch bei McLaren-Mercedes vertröstet man sich nach dem verpassten Fahrer-Titel schon auf nächstes Jahr. Dann hoffentlich mit dem neuen Silberpfeil MP4-18, denn der ist heuer trotz mehrfacher Ankündigung zwar von Alexander Wurz intensiv getestet, aber nie im Rennen eingesetzt worden. So gesehen ist es erstaunlich genug, dass Kimi Räikkönen mit dem "Gebrauchten" bis zum Schluss um den Titel kämpfte. In Suzuka wurde freilich wieder klar, dass die aktuelle Letztversion MP4-17D einfach nicht schnell genug ist.

"Wir waren nahe dran, aber nicht nahe genug", meinte der Finne lapidar, gestand aber ein: "Ich bin ein wenig enttäuscht, wir hätten ein bisschen Glück gebraucht." Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug tröstete: "Er braucht nicht geknickt zu sein, er hat gegen einen sechsfachen Weltmeister gekämpft."

Renault kommt näher

Platz vier in der Konstrukteurs-WM ging an Renault, die Aufsteiger der Saison. Rang fünf ging am Ende noch überraschend an BAR-Honda. Zu verdanken war das der sensationellen Vorstellung von Jenson Button (4.) und Villeneuve-Nachfolger Takuma Sato, der in Suzuka ausgezeichneter Sechster wurde. (APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Kimi Räikkönen in Aktion

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