Organisation der Islamische Konferenz hält an Suicide Boming fest

13. Oktober 2003, 15:25
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Palästinenser Kaddumi: "Einzig absehbare Lösung" - Islamische Staaten fordern schnelles Ende der US-Besatzung im Irak

Putrajaya/Malaysia - Die islamischen Staaten haben die USA zu einem raschen Ende der Besatzung in Irak aufgefordert. Beim größten Treffen islamischer Staaten seit den Anschlägen vom 11. September wurden bei dem Treffen der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) am Montag im malaysischen Putrajaya vielfach Forderungen nach einem konkreten Zeitplan für den Abzug der US-Streitkräfte aus dem Golfstaat laut. Der scheidende OIC-Vorsitzende, der katarische Außenminister Hamad bin Yassem bin Jabr el Thani, sagte zur Eröffnung des Treffens, die islamischen Staaten müssten auf einen Zeitplan "zur Beendigung der Besatzung" dringen.

Sein Nachfolger im Amt des OIC-Chefs, der malaysische Außenminister Syed Hamid Albar, betonte, die "ausländische Besatzung" Iraks müsse "so schnell wie möglich" beendet werden. Die Besatzungsmächte müssten "ernsthaft an einem Zeitplan für die Einsetzung einer demokratisch gewählten Regierung arbeiten". Entscheidend sei dabei die "zentrale Rolle der UNO", die das irakische Volk bei der Bestimmung seiner Zukunft und beim Wiederaufbau unterstützen solle.

Die islamische Welt stehe vor "großen Herausforderungen", sagte der malaysische Außenminister. Die Bedrohungen durch "Unilateralismus, Globalisierung und Terrorismus" sowie die angespannte Lage im Nahen Osten und in Irak bedrohten die Existenz der islamischen Staaten. Den jüngsten israelischen Angriff auf das OIC-Mitglied Syrien verurteilte Hamid Albar als "provokativ, arrogant und gefährlich".

Die Konferenz südlich von Kuala Lumpur findet unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen statt. Zur Bewachung des Treffens sind mehr als 8000 bewaffnete Polizisten und Soldaten mit Unterstützung von Hubschraubern im Einsatz.

Palästinenser Kaddumi ad Suicideboming: "Einzig absehbare Lösung"

Der palästinensische Vertreter bei der Tagung der Organisation der Islamischen Konferenz in Malaysia hat sich am Sonntag nachdrücklich für den bewaffneten Kampf der Palästinenser gegen Israel ausgesprochen. Die Palästinenser seien berechtigt "mit allen Mitteln" zu kämpfen, sagte Faruk Kaddumi, der praktisch als Außenminister agiert, der malaysischen Nachrichtenagentur Bernama. Er schien damit auch die Selbstmordanschläge zu rechtfertigen, die offiziell von der palästinensischen Autonomiebehörde verurteilt werden.

"Die Fortführung des bewaffneten Kampfes ist ein Muss, weil es die einzige absehbare Lösung zur Beendigung des israelisch-palästinensischen Konflikts ist", sagte Kaddumi, der die Palästinenser bei der einwöchigen Konferenz in Malaysia vertritt. "Wir müssen unseren Kampf gegen die Besatzung fortführen. Das ist die einzige Lösung für unsere Probleme."

Kaddumi, der in der Führung der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) sitzt, sagte weiter, der Kampf der Palästinenser dürfe nicht mit Terrorismus gleichgesetzt werden, da auch unter der UNO-Charta jedes Volk unter Besatzung das Recht habe, um seine Freiheit zu kämpfen. "Es gibt einen Unterschied zwischen Terrorismus und dem Versuch, ein besetztes Land zu befreien."

Die Organisation der Islamischen Konferenz hatte sich im vergangenen Jahr geweigert, die Selbstmordanschläge der Palästinenser zu verurteilen. Das sei der einzige Weg, wie sich die Palästinenser gegen die übermächtige israelische Militärmaschinerie wehren könnten, hieß es. (APA/AP)

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