Mobilkom Liechtenstein erfolgreich im Sexgeschäft

19. Oktober 2003, 08:39
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Umsatzsprung mit Mehrwertnummern - Kaum Umsatz mit Handy-Anschlüssen - Steuerliche Grauzone

Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, entwickelt sich die Mobilkom Liechtenstein dank Sexhotlines und Internet-Porno-Seiten zur Goldgrube.

Einstieg

Das vormals mäßig erfolgreiche Mobilfunkunternehmen ist vor etwas über einem Jahr in das Geschäft mit der Lust eingestiegen. Von Vaduz aus bietet die Tochtergesellschaft des gleichnamigen österreichischen Handynetzbetreibers Mehrwertdienst-Nummern in Österreich, Deutschland und der Schweiz an.

Vergangen

Bis vor kurzem galt die Mobilkom Liechtenstein als Sorgenkind der Mobilkom: Knapp 2.000 Handyanschlüsse, ein Defizit und hohe Kosten waren die magere Ausbeute nach drei Jahren am Markt. "Wir haben ein Zusatzgeschäft gesucht", gesteht Michael Ammann, Chef von Mobilkom Liechtenstein.

Zentral

Aus dem Zusatzgeschäft ist das Hauptgeschäft geworden. Musste das Unternehmen noch im Geschäftsjahr 2001 bei einem Umsatz von 1,6 Millionen Euro einen Verlust von 1 Milllion Euro hinnehmen, so konnte im Geschäftsjahr 2002, nur wenige Monate nach dem Start des neuen Geschäftsfeldes, ein Umsatzplus von 212 Prozent auf 5 Mio. Euro und ein kleiner Gewinn ausgewiesen werden. Dem Vernehmen trägt das Handygeschäft kaum noch ein Viertel zum Gesamtumsatz bei.

Hintergrund

Branchenkennern zufolge hat der Zulauf zu Mehrwertdiensten der Mobilkom Liechtenstein eine recht simple Ursache: Üblicherweise kassieren die Telefongesellschaften die Gebühren für Mehrwertdienste zuerst bei den Endkunden, streifen eine Provision zwischen 10 und 30 Prozent ein, und überweisen das verbliebene Guthaben den Betreibern der Hotlines. Dabei haften die österreichischen Telefongesellschaften für die Bezahlung der Mehrwertsteuer. Im Falle der Mobilkom erhalten die Betreiber die Gutschrift aus Liechtenstein. Ob danach die fällige Mehrwertsteuer tatsächlich an das hiesige Finanzamt abführt wird, ist schwierig zu kontrollieren.

Kooperativ

"Es gibt vermutlich genügend Leute, die sehr gerne mit den Lichtensteinern zusammenarbeiten, weil sie dadurch die Finanz umgehen können", sagt Sexhotline-Betreiber Wolfgang Pöltl, der außerdem kritisiert, dass die Liechtensteiner Gutschriften auf Wunsch auch auf ausländische Konten überweisen. Mobilkom Liechtenstein-Chef Ammann bestreitet das: "Wir leisten sicher keinen Vorschub für Steuermogelei." (APA)

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