Konservativer US-Radiomoderator gestand live Tablettensucht ein

18. Oktober 2003, 09:53
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Rush Limbaugh meist-gehörter "Conserva-Talker" - Polizei ermittelt

Der konservative US-Radiomoderator Rush Limbaugh hat live seine Tablettensucht eingestanden und sich anschließend in eine Klinik begeben. Berichte über Limbaughs angebliche Medikamenten-Abhängigkeit waren zuvor in US-Medien aufgetaucht. Vor Jahren habe er wegen gesundheitlicher Probleme diese Tabletten genommen und sei danach süchtig geworden, auch zwei Entziehungskuren hätten nicht geholfen, erklärte der Moderator am Freitag in seiner Sendung. Im Zusammenhang mit seiner Tablettensucht sei auch eine Untersuchung gegen ihn im Gange.

Limbaughs ehemalige Haushälterin in Palm Beach in Florida hatte zuvor der Zeitschrift "National Enquirer" berichtet, sie habe dem Radio-Star jahrelang tausende Opiat-ähnliche Pillen OxyContin besorgt. Diese Schmerztabletten dürfen nur über Rezept bezogen werden, der Besitz ohne Rezept ist in den USA verboten. Die Tabletten haben ein hohes Suchtpotenzial, zu den Nebenwirkungen gehört unter anderem der Verlust des Gehörs. Limbaugh ließ sich vor zwei Jahren nach einer seinen Angaben nach Auto-Immunkrankheit ein Hörgerät implantieren.

Der meistgehörte konservative Radio-Talker

In den USA ist Rush Limbaugh der meistgehörte konservative Radio-Talker. Mehr als 650 Radio-Stationen übertragen seine Sendung "Rush Limbaugh Show", die von Premiere Radio Networks produziert wird und täglich von rund 20 Millionen Amerikanern gehört wird. Vor zwei Jahren hatte Limbaugh mit dem Sender einen Vertrag von kolportierten 285 Millionen Dollar abgeschlossen. Zu den Feindbildern des konservativen Moralisten und Republikaners gehören Demokraten und Liberale, Irak-Kriegsgegner und Feministinnen, die er als "Femi-Nazis" verunglimpfte.

Seinen Job als Kommentator beim TV-Sportkanal ESPN musste er am 1. Oktober auf Druck des Senders zurücklegen, nachdem seine Bemerkung über einen schwarzen American Football-Spieler der Philadelphia Eagles Entrüstungsstürme bei den Zusehern hervorgerufen hatte. Limbaugh hatte gesagt, die Leistung des Quarterback Donovan McNabb werde von den Medien überbewertet weil sie einen erfolgreichen schwarzen Spieler sehen wollten. (APA)

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