Zukunft der Tageszeitung "Die Welt" laut Springer-Verlag gesichert

18. Oktober 2003, 10:00
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Verlagschef Döpfner gibt nach Einstieg von US-Investoren Bestandsgarantie für deutsches Blatt

Hamburg - Die Zukunft der deutschen Tageszeitung "Die Welt" ist auch nach dem Einstieg der US-Finanzinvestoren von Hellman & Friedman bei der Axel Springer AG gesichert. Der Springer-Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner sagte laut einem am Samstag veröffentlichten "Spiegel"-Interview: "Vorstand und Aufsichtsrat haben Hellman & Friedman klar gesagt, dass wir an der 'Welt' festhalten werden, auch wenn sie unsere grundsätzlichen Renditevorstellungen nicht erfüllt." Mit Blick auf Strategie, Portfolio und Gesamtrendite hätten sich die neuen Aktionäre dieser Entscheidung ohne Diskussion angeschlossen.

"Aktionär ohne Sperrminorität"

Der Einfluss der Amerikaner auf den Verlag werde überschaubar bleiben, kündigte Döpfner an: "Als Aktionär ohne Sperrminorität in einem Unternehmen, dessen Hauptaktionär eine absolute Mehrheit in der Hauptversammlung hat, sind die destruktiven Einflussmöglichkeiten nahe null."

Auch die Möglichkeit, dass Hellman & Friedman ihre Springer-Anteile eines Tages an einen unliebsamen Medien-Konkurrenten verkaufen könnten, ist Döpfner zufolge ausgeschlossen: "Aktien zukaufen oder weiterverkaufen kann Hellman & Friedman nur mit Zustimmung von Vorstand und Aufsichtsrat." Das sei vertraglich geregelt. Hellman & Friedman investiert in Dienstleistungsunternehmen mit den Branchenschwerpunkten Medien, Finanz- und Informationsdienstleistungen. Das Unternehmen war Mitglied des Konsortiums, das im August die Sendergruppe ProSiebenSat.1 kaufte. (APA/AP)

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