Verzetnitsch stärkte streikenden AUA-Mitarbeitern den Rücken

13. Oktober 2003, 15:46
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"Diktat verordnen ist nicht verhandeln" - Gewerkschaft bereit für weitere Vermittlungen

Wien/Schwechat - Gewerkschaftsbund-Präsident Fritz Verzetnitsch hat am Samstagabend dem streikenden Bordpersonal der Austrian Airlines (AUA) den Rücken gestärkt: Verhandlung bedeute Kompromisse zu schließen und nicht Diktate zu verordnen, sagte der ÖGB-Präsident im AUA-Mannschaftsgebäude am Flughafen Wien-Schwechat.

Das war gemünzt in Richtung AUA-Vorstand, dem die für Piloten und Flugbegleiter zuständige Gewerkschaft HTV (Handel, Transport, Verkehr) vorwirft, vom angepeilten Einsparungsziel von 30 Mio. Euro - je nach Berechnungsbasis 30 bis 35 Prozent des aktuellen Niveaus - bei den Flug-Personalkosten nicht abzurücken. Erst heute, Samstagnachmittag, waren neuerliche Verhandlungen zwischen Personalvertretern und Vorstand im Beisein von Verzetnitsch gescheitert.

"Diktat"

Gespräche seien nur dann sinnvoll, wenn beide Seiten Bereitschaft zum Kompromiss zeigten, sagte Verzetnitsch. "Es ist mir unverständlich, wenn ein Unternehmen, das Mitarbeiter braucht wie die Austrian, glaubt, Verhandlungen so führen zu können, dass man ein Diktat auf den Tisch legt und sagt, das ist nicht verhandelbar", sagte der ÖGB-Präsident.

"Es kann nicht so sein, dass ich sage, ich will 100 Euro "und es ist ganz egal, ob du es mir in Einzelnen Münzen gibst, in Zehner-Scheinen oder in 20-Cent-Münzen", illustrierte Verzetnitsch.

Die Gewerkschaft sei gerne, bereit die Vermittlung für Gespräche zu übernehmen. Die konkreten Verhandlungen müssten dann aber die betroffenen Kollegen mit dem Vorstand führen. In den von Verzetnitsch zusammen mit Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl im Sommer neu initiierten Verhandlungen zwischen AUA-Bordpersonal und "Vorstand habe er den Eindruck gewonnen, dass eine gemeinsame Sicht der Probleme erreicht worden sei.

Der Gewerkschaft gehe es nicht um das Führen von Streiks, sondern um eine baldige Lösung im AUA-Arbeitskonflikt. Die AUA-Belegschaft dürfe sich auch nicht auseinander dividieren lassen, weder zwischen "fliegenden" Bord-Mitarbeitern und Bodenpersonal, noch nach den einzelnen Konzern-Gesellschaften Austrian (AUA), Lauda Air und Austrian Arrows (bisher Tyrolean Airways). (APA)

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