US-Regierung schlägt Lockerung des Schutzes bedrohter Tierarten vor

11. Oktober 2003, 22:11
5 Postings

Mit Verkauf von Tierprodukten Artenschutz finanzieren - Tierschützer alarmiert

Washington - Die US-Regierung schlägt einem Bericht der "Washington Post" zufolge vor, den Handel mit bedrohten Tierarten zu erleichtern. Damit solle der großen Nachfrage sowohl nach lebenden Tieren als auch nach Tierfellen oder -hörnern in den USA entsprochen werden, zitiert die Zeitung am Samstag nicht namentlich genannte hohe Regierungsbeamte.

Der verstärkte Handel diene letztendlich dem Schutz von bedrohten Arten, argumentiert dem Bericht zufolge die Regierung. Mit den Erlösen aus dem Verkauf von Tieren und Tierprodukten könnten arme Länder wirkungsvoller bei sich Natur- und Artenschutz finanzieren. Die neuen Regelungen sollen es dem Tierhandel, Zirkus-Unternehmen, aber auch Jägern erleichtern, wilde Tiere in der ganzen Welt zu fangen oder zu töten und zu importieren. Bedrohte Tierarten in den USA sind dem Bericht zufolge davon ausgenommen.

Kritik

Umweltschützer haben die Pläne heftig kritisiert. "Es ist sehr gefährlich, die Ausbeutung der Tierwelt ausgerechnet damit zu begründen, dass sie im Interesse bedrohter Tierarten sein soll", sagte Adam Roberts vom Tierschutz-Institut in Washington der Zeitung. Sie zitiert nicht namentlich genannte Umweltschützer, die der Regierung vorwerfen, dass die Pläne vor allem wirtschaftlichen Profit-Interessen bedienten. Es sei fragwürdig, Länder der Dritten Welt und den Tierhandel oder Jäger darüber entscheiden zu lassen, wie viele Tiere zum Abschuss oder Fang freigegeben würden.

Würden die Pläne der US-Regierung durchgesetzt, könnten dem Zeitungsbericht zufolge beispielsweise die als Trophäen begehrten Hörner einer seltenen Ziegenart aus Pakistan, exotische Papageien aus dem Amazonasgebiet oder indische Elefanten importiert werden. (APA/dpa)

Share if you care.