Bekannte Filmemacher protestieren gegen neue Oscar-Regeln

16. Oktober 2003, 13:06
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Anzeige im US-Filmmagazin "Variety"

Los Angeles - Über 140 Filmschaffende, darunter Robert Redford, Martin Scorsese und der deutsche Regisseur Tom Tykwer, haben mit einer Anzeige im US-Filmmagazin "Variety" gegen neue Oscar-Regeln protestiert. Das am Freitag abgedruckten Schreiben richtet sich gegen das kürzlich von der Filmakademie beschlossene Verbot über die Versendung von Videokassetten und DVDs an Oscar-Juroren.

Die "Motion Picture Association of America", die den Oscar verleiht, hatte sich mit den großen Hollywoodstudios darauf geeinigt, ihre Filme nicht mehr wie bisher zur Ansicht ins Haus der Juroren zu schicken. Zur Beurteilung müssen sie zukünftig ins Kino gehen. Als Grund für die neue Maßnahme machten die Studios die Sorge geltend, dass die mit der Post versandten "Screener"-Kassetten illegal kopiert und ins Internet gestellt werden könnten.

"Alternativ"

Viele Filmschaffende befürchten nun, dass unkonventionelle Filme ohne Starbesetzung, die nur in wenigen "alternativen" Kinos gezeigt werden, unter den neuen Regelung leiden werden. Als "kreative Künstler" wollen sich die Unterzeichner des Protestbriefes besonders für "risikofreudige" Filme einsetzen, die häufig Schwierigkeiten mit der Finanzierung und dem Kino-Verleih haben.

Neben führenden amerikanischen Regisseuren unterstützen zahlreiche europäische Kollegen, darunter Pedro Almodovar, Bernardo Bertolucci, Lasse Hallström, Thomas Vinterberg und Tom Tykwer die Protest-Aktion. Sie fordern die Akademie dazu auf, die neue Regelung rückgängig zu machen. Die Unterzeichner wiesen auch die Sorge der Filmakademie zurück, dass die Screener-Kassetten in die Hände von Videopiraten gelangen könnten. (APA/dpa)

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