Stuhl von Toll-Collect-Geschäftsführer Rummel wackelt

19. Oktober 2003, 08:45
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Sprecher des Betreiberkonsortiums für die deutsche Lkw-Maut: "Kein Kommentar"

Der Chefsessel beim deutschen Betreiberkonsortium für die von Pannen geplagte Lkw-Maut, Toll Collect, wackelt laut einem Bericht des "Spiegel". Bereits Anfang der Woche solle in Spitzengremien der beteiligten Konzerne DaimlerChrysler und Deutsche Telekom über eine Auflösung des Vertrags von Toll-Collect-Geschäftsführer Michael Rummel gesprochen werden, berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" in seiner neuesten Ausgabe. Ein Sprecher von Toll Collect sagte dazu: "Zu Personalfragen nehmen wir keine Stellung." Zugleich betonte er, das Konsortium lehne Schadenersatz für Einnahmen, die dem Bund durch die Verschiebung der Maut entfallen, ab.

Vorwürfe gegen Rummel

Dem "Spiegel" zufolge wird Rummel unter anderem vorgeworfen, er habe den Einbau der Bordgeräte zur Maut-Abrechnung angeordnet, obwohl er internen Vermerken zufolge von der Telekom-Tochter T-Systems schriftlich darauf hingewiesen worden sei, dass sie nicht funktionierten. Laut Klagen der Spediteure arbeiteten nahezu alle Bordgeräte nach dem Einbau fehlerhaft. Außerdem stehe Rummel wegen der Vergabe eines millionenschweren Auftrags an die kleine Softwarefirma OMP in der Kritik, bei der er ein Aufsichtsratsmandat gehabt habe, schreibt das Magazin. Rummel weise sämtliche Vorwürfe als haltlos zurück.

Laut "Spiegel" hat Rummel Anspruch auf eine Prämie in Höhe von einer Million Euro zusätzlich zu seinem Gehalt, wenn die Betriebszulassung für das Maut-System erteilt werde. Auch dazu nahm der Sprecher von Toll Collect keine Stellung.(APA/dpa)

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