Indien: 1.500 fundamentalistische Hindus in Pilgerstadt Ayodhya verhaftet

12. Oktober 2003, 18:45
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Radikale demonstrieren für Bau eines umstrittenen Tempels

Lucknow - In der nordindischen Pilgerstadt Ayodhya hat die Polizei 1.500 fundamentalistische Hindus verhaftet. Die Radikalen hätten für den Bau eines umstrittenen Tempels auf dem Boden einer niedergerissenen Moschee demonstriert und damit gegen das Versammlungsverbot verstoßen, sagte ein Beamter am Samstag. Den Anhängern der regionalen Partei Shiv Sena (Armee des Gottes Shiva) war untersagt worden, eine Zusammenkunft in Ayodhya zu organisieren. Die Shiv Sena und der fundamentalistische Welt-Hindu-Rat VHP versuchen seit Jahrzehnten, ihren Tempel auf einer auch Moslems heiligen Stätte in Ayodhya zu errichten.

Im September hatte die VHP zu landesweiten Demonstrationen für diesen Monat aufgerufen. Am 17. Oktober werden mehr als 200.000 Hindus bei einer religiösen Kundgebung für den Bau des Tempels erwartet. Zuvor stand an diesem Platz die im 16. Jahrhundert gebaute Babri-Moschee, die Hindus 1992 niederrissen. Der Abriss des moslemischen Gotteshauses löste damals die schwersten Unruhen in Indien seit der Unabhängigkeit 1949 aus. Rund 2.000 Menschen wurden dabei getötet. (APA)

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