Unbeschreibliche Qualen

13. Oktober 2003, 09:43
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Lebenslange gesundheitliche Schäden, erhöhte Müttersterblichkeit und Tod der "Operierten" als direkte Folgen der Genitalverstümmelungen

Viele der Mädchen und Frauen überleben den gewaltvollen Eingriff der genitalen Verstümmelung nicht. Entweder sie sterben unmittelbar danach aufgrund massiver Organschädigungen, hohen Blutverlusts oder kurze Zeit später infolge von Infektionen durch Erreger aller Art. Dabei ist die Gefahr von AIDS-Übertragung immens. Bei der schwersten Form der Verstümmelung beträgt die Sterberate 30 Prozent.

Die Überlebenden haben oft lebenslänglich unter katastrophalen gesundheitlichen Schädigungen zu leiden. Sowohl physisch als auch psychisch-seelisch wird die Lebensqualität enorm vermindert. Unmittelbar nach dem Eingriff kommt es zu starken Blutungen, Infektionen, Schockzuständen und extremen Schmerzen. Längerfristige gesundheitliche Schäden sind neben dem erwähnten erhöhten Aids-Risiko häufig chronische Entzündungen, wiederkehrende Blutungen, dauernde Schmerzen, extreme Beschwerden bei Menstruation und Wasserlassen, Inkontinenz, verhärtete Narben, Zysten, Unfruchtbarkeit etc. sowie Depressionen oder Psychosen.

Beim Gebären kommt es häufig zu lebensgefährlichen Komplikationen für Mutter und Kind. Nach Angaben von UNICEF lassen sich im Sudan rund die Hälfte aller geburtsbedingten Todesfälle auf Genitalverstümmelung zurückführen. Trotzdem bestehen nach der Entbindung die meisten Frauen darauf, wieder vernäht zu werden, da sie dem großen Druck der Ehemänner nicht standhalten können.

Die Konsequenzen für die Sexualität der verstümmelten Frauen sind dramatisch. Ihres primären Lustorgans, der Klitoris, beraubt und die anderen Genitalien zerstört, können sie den Geschlechtsverkehr "im besten Fall" lustlos und ohne Orgasmus, zumeist jedoch nur mehr schmerzhaft, über sich ergehen lassen. (dabu)

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    Auch die erhöhte Mütter- und Säuglingssterblichkeit in Afrika lässt sich auf Genitalverstümmelungen zurückführen.
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