Besorgte Jugendrichter

13. Oktober 2003, 12:39
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Verschlechterung durch Auflösung des Jugendgerichts - Bis zu acht junge Erwachsene in einer Zelle

Wien - Seit der Auflösung des Jugendgerichtshofes Wien und seines Gefangenenhauses sei eine deutliche Verschlechterung in der Unterbringung jugendlicher Häftlinge eingetreten. Das stellt die Fachgruppe Jugendrichter in einer Resolution "mit Besorgnis" fest. In der Justizanstalt Josefstadt, wo nunmehr die Jugendlichen untergebracht werden, müssten sich bis zu acht junge Erwachsene eine Zelle teilen.

Menschenrechtswidrige Zustände

"In Verbindung mit dem gleichzeitigen drastischen Personalmangel, fehlenden Beschäftigungs- und Bewegungsmöglichkeiten kommt es zwangsläufig zu vermehrten Spannungen und gravierenden Aggressionshandlungen unter Jugendlichen", meinen die Jugendrichter in der bei der am Freitag zu Ende gegangenen Jugendrichtertagung beschlossenen Resolution. Im September hat die Vergewaltigung eines 14-jährigen Untersuchungshäftlings durch Mit-Häftlinge in der Justizanstalt Josefstadt für Aufregung gesorgt.

Die Jugendrichter "rufen in Erinnerung", dass die angeblich menschenrechtswidrigen Zustände der Hafträume in der Jugend-Justizanstalt Erdberg als Grund für die Schließung des Gerichtshofes und der Anstalt genommen wurden. "Nunmehr sind Jugendliche in der unhaltbar überbelegten Justizanstalt Josefstadt untergebracht. 925 Haftplätze stehen rund 1.300 Insassen gegenüber", merken sie in ihrer Resolution an. (APA)

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