Verwirrung im "Shift-Tasten-Crack"

11. Oktober 2003, 16:02
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Hersteller von Verschlüsselungs-Software wollte gegen US-Studenten vor Gericht ziehen und lenkt nun ein

Wie der WebStandard vor einigen Tagen berichtete, ist es einem Princeton-Student mit einem einfachen Trick gelungen, den neuen MediaMax-Kopierschutz von SunnComm Technologies zu umgehen.

Einfach "Shift" drücken

Wie der US-Student meldete muss ein Anwender beim Einlegen einer kopiergeschützten CD nur die Umschalt-Taste (Shift) drücken und die Verschlüsselungs-Software wird wirkungslos. Während das Unternehmen SunnComm nach der Veröffentlichung der Umgehung meinte, dass die "Shift"-Tastenumgehung gar nicht so schlimm sei, da schon alleine der Akt des Niederdrückens der Shifttaste es den Anwendern bewusst mache, dass sie etwa Illegales tun, wurde wenig später doch mit einer Klage gedroht. Um die Verwirrung nun zu komplettieren soll SunnComm nun nochmals eine Änderung seiner Unternehmenspolitik durchgeführt haben und will nun nicht mehr klagen.

Widersprüchliche Gründe

SunnComm wollte den Studenten Alex Halderman aus zwei Gründen vor Gericht bringen: Einerseits seien seine Behauptungen schlichtweg falsch und andererseits verstoße er gegen den Digital Millennium Copyright Act (DMCA), da er eine Methode zur Umgehung des Kopierschutzes veröffentlicht hat. Tatsächliche veröffentlichte Halderman sogar zwei Wege um die Kopierschutz-Software zu umgehen: Zum einen müssten Anwender bei einem Windows-Rechner 10 Sekunden die "Shift-Taste" drücken, um so die Installation der Software zu verhindern. Zum anderen könne der Kopierschutz auch deaktiviert werden, wenn er schon einmal installiert wurde, wenn eine - versteckte - Anwendung beendet wird, so Halderman in seiner Veröffentlichung.

Fokus auf DMCA

SunnComm konzentriert sich in seiner Pressemitteilung zunächst auf den Vorwurf, der Student veröffentliche ein Verfahren zu Umgehung des Kopierschutzes und verstoße somit gegen den DMCA. In einer Pressemitteilung heißt es dazu, dass Halderman den DMCA verletzen würde, da er "unveröffentlichte MediaMax Management Dateien entblößt".

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    foto: photodisc
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