Streik-Splitter: Auch ein Bräutigam streikt mit

13. Oktober 2003, 17:58
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Pilot spricht von Methoden wie in Russland - Flugbegleiter machen auf ihre Situation aufmerksam

Schwechat - Unter den Streikenden des AUA-Bordpersonals war Samstag früh auch ein Bräutigam. Adolf Fuchs, Erster Offizier (Co-Pilot) bei der Airline, erntete für seine Anwesenheit viel Applaus der Kollegen. Um 14.00 Uhr trat er "nahe Krems" vor den Traualtar.

"Methoden wie in Russland"

Von "Methoden wie in Russland" sprach ein Pilot. Er reagierte damit auf die Mitteilung Robert Hengsters von der Gewerkschaft Handel, Transport, Verkehr (HTV), wonach die Samstag früh wenige Minuten vor dem Streikbeschluss an Bord gegangene Crew des Austrian-Fluges nach Amsterdam mit Entlassung bedroht werde, sollte sie den Flug doch nicht antreten. Dies wurde allerdings vom AUA-Management umgehend in Abrede gestellt.

Auch Flugbegleiter betroffen

"Auch wir Flugbegleiter sind betroffen", machte das Kabinenpersonal im AUA-Crew-Gebäude auf einem Transparent aufmerksam. Flugzettel lagen auf. Zu lesen war u.a., dass die "Auslagerung von 10 Aircraft" zu Austrian arrows (früher Tyrolean Airways, Anm.) und Lauda "400 Flugbegleiter weniger" bedeuten würde. Ein neuer Arbeitgeber hieße "weniger Gehalt".

Gewerkschaft: Kein Grund für Freundlichkeit zu allfälligen Streikbrechern

Die Gewerkschaft HTV und der Betriebsrat Bord verteilten nach dem Beschluss zur Arbeitsniederlegung ein Flugblatt mit "Wichtigen Information zum Streik". Unter "ein paar Hinweise zum Verhalten während eines Streiks" war u.a. zu lesen: "Rechtswidrige Handlungen (Körperverletzung, Nötigung, gefährliche Drohung etc.) sollten unbedingt vermieden werden. Derartige Handlungen wären ein Entlassungsgrund." Und weiter: "Nichtsdestoweniger gibt es keinen Grund, zu allfälligen Streikbrechern freundlich zu sein." (APA/red)

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