AUA-Vorstand: "Können uns eher Streik leisten"

12. Oktober 2003, 18:51
5 Postings

AUA-Management bleibt hart - Auch Lufthansa muss sparen

Wien - Am Freitag hatte die AUA bei Gericht eine Einstweilige Verfügung gegen die für Samstag angekündigte Informationsversammlung mit Protestcharakter erwirkt - wegen der "betriebsstörenden Absicht und dem wirtschaftlichen sowie imagemäßigen Schaden". Verhindern konnte das den Streich allerdings nicht. Bei der AUA wurde bereits 1991 eine Betriebsversammlung, die als Protest deklariert war, gerichtlich untersagt.

Die AUA drohte jedenfalls schon im Vorfeld mit Schadenersatzansprüchen gegen den Bord-Betriebsrat. Zudem meinte AUA-Chef Vagn Sörensen am Freitag, die AUA könne sich eher die Streiks leisten als langfristig die hohen Kosten für den AUA-Flugbetrieb. Die AUA will in diesem Bereich bis 2008 30 bis 40 Mio. Euro einsparen. Gleichzeitig verteidigte Sörensen die Prämie, die der Vorstand für das Vorjahr bekam, als variablen Gehaltsbestandteil, der international üblich sei.

Die Belegschaft will in geringerem Ausmaß sparen und dringt auf einen konzernweiten Kollektivvertrag, damit die Mitarbeiter der drei Konzerngesellschaften Austrian, Austrian arrows (früher Tyrolean Airways) und Lauda Air "nicht länger gegeneinander ausgespielt werden können". Das Durchschnittsgehalt der Piloten liegt bei 3300 Euro, sagte der Betriebsrat am Freitag, das Höchstgehalt bei knapp über 12.000 Euro. Doch schließlich würden Piloten auch eine hohe Verantwortung tragen; Schicht- und Nachtdienste sind die Regel.

Mit dem Bodenpersonal hat sich die AUA-Führung jüngst über eine Gehaltserhöhung geeinigt. Die Mitarbeiter bekommen ab 1. November um mindestens 40 Euro, höchstens 75 Euro mehr, das entspricht einer rund zweiprozentigen Gehaltsanhebung. Bei kleineren Einkommen sind es sogar vier Prozent.

Mitarbeiterabbau bei der Lufthansa

Die Lufthansa gab bekannt, 2004 Deutschland-weit 2000 Arbeitsplätze zu streichen, was jährlich rund 150 Mio. Euro spart. Am härtesten trifft es die defizitäre Cateringgesellschaft LSG (sie ist auch zu einem Drittel an der Airest beteiligt), wo 1000 Arbeitsplätze verloren gehen. Kündigungen sind nicht geplant, man hofft mit der natürlichen Fluktuation das Auslangen zu finden.

Allein in Deutschland beschäftigt die Airline mehr als 59.000 Mitarbeiter, weltweit sind es 94.135. Betroffen sind außerdem 500 bis 600 Jobs bei der Flugzeugabfertigung. Weitere 200 Stellen sollen im Gebäudemanagement und 100 bei der Frachttochter Lufthansa Cargo wegfallen. (ruf/DER STANDARD, Printausgabe, 11./12.10.2003/red)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Am Freitag gab sich der Vorstandsvorsitzende der AUA, Vagn Soerensen, kämpferisch.

Share if you care.