Keine Gesundheitsgefahr durch Mobilfunk nachweisbar

14. Jänner 2000, 13:49

Belastungen durch Basisstationen liegen durchschnittlich bei einem Tausendstel des gesetzlichen Grenzwerts

Wien - Eine Gesundheitsgefährdung durch Mobilfunk ist wissenschaftlich bisher nicht nachweisbar. Das ist das Ergebnis einer vom Wissenschaftsministerium in Auftrag gegebenen Studie der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen.

"Wenn es eine solche Gefahr überhaupt gibt, so ist sie jedenfalls sehr gering", sagte Studienautor Jiri Silny bei einer Präsentation am Freitag in Wien. Belastungen durch Basisstationen in Österreich würden zudem durchschnittlich bei einem Tausendstel des gesetzlichen Grenzwerts liegen.

Kritische Studien bisher unwiederholbar

Silny räumte ein, dass es auch immer wieder Studien gebe, in denen über einen Zusammenhang zwischen starken elektromagnetischen (EM) Feldern und bestimmten Krankheiten - etwa Krebs - berichtet werde. "Allerdings ist es bisher noch nie gelungen, diese Untersuchungen zu wiederholen und zu vergleichbaren Ergebnissen zu kommen", betonte Silny.

Aber genau diese Wiederholbarkeit sei ein entscheidender Faktor für die Aussagekraft von wissenschaftlichen Studien. Wirklich nachgewiesen sei bisher nur, dass es durch EM-Felder im Bereich des österreichischen Grenzwertes zu Störungen von künstlichen Herzschrittmachern und jenseits des Grenzwertes zu einer Erwärmung von biologischem Gewebe komme. Der Grenzwert von je nach Frequenz zwischen einem und sechs Millionen Mikrowatt pro Quadratmeter wurde so gewählt, dass der Erwärmungseffekt nicht zum Tragen kommt.

In der aktuellen Aachener Studie "Exposition der Allgemeinbevölkerung durch hochfrequente elektromagnetische Felder - Plausibilität der gesundheitlichen Bedenken" wurde auch die durchschnittliche Belastung der Bevölkerung durch die Strahlung ermittelt. In Zusammenarbeit mit mehreren österreichischen Forschungseinrichtungen - darunter die Austrian Research Centers Seibersdorf (ARCS) und das Technische Gewerbemuseum (TGM) - wurde festgestellt, dass die höchste Strahlung beim Telefonieren mit einem Handy auftritt.

Starke Felder durch die Telefone, nicht durch die Sendemasten

"Die Leistung eines Handys ist zwar nicht so hoch, dafür aber die Entfernung zum Körper sehr gering", so Silny. Dadurch würde der Mensch einem Feld ausgesetzt, das in der Stärke bis zum in Österreich geltenden Grenzwert reiche. Wesentlich geringer - um den Faktor 1.000 - sei dagegen die durchschnittliche Belastung durch die Mobilfunk-Sendeanlagen. Auch sei die Belastung durch die Mobilfunk-Sender schwächer als beispielsweise durch UKW- oder Fernsehsender.

Eine schwere gesundheitliche Belastung durch den Mobilfunk ist nach Ansicht von Silny mittlerweile auszuschließen. Dazu sei die Technologie mittlerweile zu weit verbreitet, die Auswirkungen müssten bereits augenfällig sein. Eine "geringe Gefahr für die Gesundheit" - welcher Art auch immer - könne man dagegen prinzipiell nie ganz ausschließen. "Wir stellen aber fest, dass eine solche Gefahr bisher nicht nachgewiesen werden konnte", so der Wissenschafter. (APA)

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