Afghanistan: Neue Kämpfe trotz Waffenstillstand

12. Oktober 2003, 14:56
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Offenbar neue Gefechte zwischen Milizen in Afghanistan - Gestern war ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet worden

Kabul - Nur einen Tag nach Unterzeichnung eines Waffenstillstands sind die Kämpfe zwischen verfeindeten Milizen der afghanischen Nordallianz am Freitag in der Region um die Stadt Masar-i-Sharif offenbar wieder aufgeflammt. Über das Ausmaß der Gefechte gab es widersprüchliche Darstellungen. General Madshid Rosi, ein Befehlshaber der Soldaten des Kriegsherrn Rashid Dostum, sprach von nur "sporadischen Schießereien".

Widersprüchliche Angaben

Ein Offizier der Gegenseite von Atta Mohammed dagegen sagte, Gefechte seien an zwei Orten westlich von Masar-i-Sharif ausgebrochen. Er machte die Soldaten Dostums dafür verantwortlich. Er habe seine Leute angewiesen, mit Panzern, Maschinengewehren und anderen schweren Waffen zurückzuschlagen, sagte General Abdul Sabur. Es war nicht klar, ob die Gefechte am Abend noch andauerten. Auch über mögliche Opfer lagen keine Informationen vor.

Abkommen sah beiderseitigen Rückzug vor

Dem Waffenstillstandsabkommen zufolge sollen sich beide Seiten bis Samstag 30 Kilometer hinter die derzeitige Front zurückziehen. Vor dem Abkommen vom Donnerstag war es tags zuvor etwa 50 Kilometer westlich von Masar-i-Sharif zu Gefechten gekommen. Beide Milizen gelten als loyal gegenüber der Regierung von Präsident Hamid Karsai. "Der Konflikt war sehr heftig, beide Seiten setzten Panzer und Mörser ein", sagte UN-Sprecher Manoel de Almeida e Silva. Ein Regierungssprecher in Kabul sagte, die Kämpfe seien entweder um den Zugang zu Wasser oder um Landbesitz geführt worden. Deswegen habe es in den vergangenen Jahr wiederholt Konflikte gegeben. (APA)

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