"Arnold wäre Hauptschullehrer"

16. Oktober 2003, 15:55
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Kritik an Barrieren für Unternehmertum in Österreich

Graz - Es sei schwer, in Österreich, "groß" zu werden. "Arnold Schwarzenegger wäre in Österreich wohl Hauptschullehrer geworden", vermutete Peter Lehner. Für den Vorsitzenden der Jungen Wirtschaft in Österreichs, die am Freitag ihre Bundestagung in der Grazer Messehalle startete, liegen in Österreich auf dem Weg zum Unternehmertum zu viele steuerliche und reglementierende Barrieren auf dem Weg. Matthias Karmasin, Ordinarius für Kommunikationswissenschaft an der Uni Klagenfurt, ergänzte, es sei für Jungunternehmer in Österreich nicht möglich, "risikolos zu scheitern". Dafür existierten keine Spielräume.

SPD-Politiker Oskar Lafontaine, der Hauptreferent, unterstützte "als Sozialdemokrat" die Einschätzung der Jungunternehmer. Neue Unternehmer müssten bevorzugt werden, sagte Lafontaine, sie müssten "erst Muskeln aufbauen, um im Wettbewerb zu bestehen". Letztlich sei es aber nicht die Höhe der Steuern oder Löhne, die den Unternehmen zu schaffen mache.

Der europäische Stabilitätspakt, so Lafontaine, sei völlig kontraproduktiv. In Richtung Österreichs Finanzminister sagt der Sozialdemokrat: "Es ist ein Unsinn, wenn die Volkswirtschaft am Boden liegt, auf ein Nulldefizit zu schauen. Eine Volkswirtschaft muss einfach scheitern, wenn sie im Konjunkturtal konsolidieren will." (Walter Müller, Der Standard, Printausgabe, 11.10.2003)

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