Strittige Klinikstudie: Disput um Erneuerung

12. Oktober 2003, 21:06
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Salzburger Psychiatrie als dringend sanierungsbedürftig eingestuft

Salzburg - Das Gutachten des Psychiatrieexperten Bernd Gallhofer von der Universität Gießen, das die Sicherheitssituation an der Akutstation der Salzburger Psychiatrie als dringend sanierungsbedürftig eingestuft hatte und aufgrund dessen die erst vor rund zwei Jahren eröffnete Station nun umgebaut werden muss, sorgt weiter für heftige Diskussionen.

Wie vom STANDARD berichtet, erklärte das zuständige Ressort von VP-Spitalslandesrätin Maria Haidinger, von der Existenz dieser Expertise erst durch die Berichterstattung erfahren zu haben. Nach einer dem STANDARD vorliegenden Aktennotiz von Haidingers Sprecher Stefan Ornig sei das Gutachten weder in der Aktenevidenz des Regierungsbüros aufgetaucht, noch sei es in der zuständigen Abteilung des Landes jemals aktenkundig geworden.

Vorwurf des Vertuschens

Gegen diese Darstellung und den damit verbundenen Vorwurf des Vertuschens wehrt sich nun der ärztliche Direktor der Salzburger Landesnervenklinik Gunther Ladurner mit aller Vehemenz. Aus der Aktennotiz von Ornig geht hervor, dass Ladurner sogar angedroht hatte, die Funktion als ärztlicher Direktor zurückzulegen.

Über ein Schreiben seines Anwaltes verweist er auf ein Besprechungsprotokoll eines "Jour-fixe-Termines" vom 25. März, an dem auch Haidinger und Ornig teilgenommen haben. Unter Tagesordnungspunkt acht ist in dem Protokoll die Erörterung des brisanten Gutachtens angeführt samt "baulicher Maßnahmen" und "nötiger Überarbeitungen im Bereich der Stationsstrukturen". "Die Behauptungen, dass die zuständige Landesrätin vom Gutachten nicht informiert wurde, sind daher objektiv falsch", so Anwalt Wolfgang Berger im Auftrag Ladurners. (neu, DER STANDARD Printausgabe 11712.10.2003)

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