Eskalation im Arbeitskampf der AUA

13. Oktober 2003, 13:27
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Die Piloten geben sich kämpferisch: Künftig soll es Ausstände ohne Vorankündigung geben, mit bis zu sechs weiteren Streiks ist zu rechnen

Wien - "Wir haben eine Vorlaufzeit von nur 30 Minuten, während der wir die Nachricht vom Streik kommunizieren - und bis Freitag wird es sicher noch einen Streik geben", sagte ein AUA-Pilot am Sonntag zum STANDARD. Nach den Erfahrungen vom Samstag, als rund 400 Bordmitarbeiter für 15 Stunden die Arbeit niederlegten, sei er zuversichtlich, dass die Zustimmung beim fliegenden Personal zum Streik hält. Bei den Piloten wird noch mit vier bis sechs weiteren Streiks gerechnet.

Halbe Streiktage

Dem Vernehmen nach könnten es jeweils halbe Streiktage sein; diese Taktik habe sich bereits bei den Kollegen der Lufthansa bewährt.

Unterstützung bekamen die Piloten am Sonntag erneut von ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch. In der ORF-"Pressestunde" forderte er vom AUA-Vorstand ernsthafte Verhandlungen. Er strebt den - von der AUA abgelehnten - Branchenkollektivvertrag an.

Acht Flüge gestrichen

Die AUA musste am Samstag acht Flüge streichen und die Passagiere umbuchen, außerdem wurden 17 Jets und Crews aus dem Ausland angemietet. Weil die AUA per einstweiliger Verfügung eine Betriebsversammlung verbot, informierten Vertreter der Gewerkschaft HTV die Mitarbeiter. Die AUA hält jedenfalls an ihrem Ziel fest, bis 2008 im gesamten Flugbetrieb 30 bis 40 Mio. Euro einzusparen. Bereits 2004 sollen vier Fokker-Maschinen von der AUA zu Austrian Arrows (Ex-Tyrolean) wandern. Zwei Langstreckenflieger sollen von Lauda Air übernommen werden.

Außerdem kündigte die AUA an, "alle erforderlichen Vorsorgemaßnahmen und konzerninterne Konsequenzen zu setzen", um die von "HTV-Karriere-Neurotikern" angekündigte Streikwelle einzudämmen. (Claudia Ruff, DER STANDARD Print-Ausgabe, 13.10.2003)

Flug-Infos:

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    Der Vorsitzende des Vorstandes von Austrian überzeugt sich: die Belegschaft streikt

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    Die Zeichen stehen auf Sturm. Nach dem Streik am Samstag wolen die AUA-Piloten mit weiteren Ausständen gegen geplante Einsparungen protestieren.

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