Microsoft Österreich begrüßt Personalveränderung im Konzern

14. Jänner 2000, 10:32

Kein Zusammenhang mit Kartellklage - Stüger: Zerschlagung des Konzerns wäre "schlechte Idee"

Wien - Microsoft Österreich hat heute, Freitag, die Personalveränderung im Konzern durch den Rücktritt Bill Gates als Vorstandsvorsitzender begrüßt. "Wir sehen die Postenabgabe nicht als Rücktritt, denn Gates wird künftig viel mehr Zeit als Software-Architekt für Microsoft haben", kommentierte Microsoft-Österreich-Geschäftsführer Alexander Stüger den Wechsel. Eine derzeit diskutierte Zerschlagung des Konzerns in verschiedene Einheiten hält Stüger für eine "schlechte Idee".

Nicht überraschend

Der Personalwechsel komme nicht überraschend und stehe in keinem Zusammenhang mit der derzeit laufenden Kartellklage. Der Rücktritt Gates sei bereits vor 18 Monaten eingeleitet worden, als der neue Vorstandsvorsitzende Steve Ballmer die Microsoft-Präsidentschaft und damit das Tagesgeschäft übernommen habe, erläuterte Stüger. Diese Aufgabenverlagerung sei nun mit dem gestrigen Schritt offiziell gemacht worden.

Eine Neuorientierung des Konzerns durch den Rücktritt Gates hält Stüger für ausgeschlossen. Microsoft werde die vor einem halben Jahr eingeschlagene Strategie, verstärkt Internetsoftware als Schnittstelle zum Anwender zu entwickeln, auch künftig weiter ausbauen. Dabei werde "Software als Service" in den Mittelpunkt gestellt, so Stüger.

"Keine gute Strategie"

Eine Zerschlagung des Konzerns, wie es Medienberichten zufolge vom Justizminsterium vorgeschlagen wurde, hält Stüger für "keine gute Strategie". "Eine Aufteilung würde einen Rückschritt für den Endverbraucher darstellen", so Stüger. Der Kunde profitiere derzeit davon, dass die verschiedenen Anwendungen auf einem einheitlichen System aufbauen und beispielsweise Textdokumente kreuz und quer verschickt werden können. Das wäre durch eine Zerschlagung nicht mehr möglich, so Stüger. Einer Aufteilung fehle auch jegliche Legitimation, betonte Stüger. "Nur weil ein Unternehmen Erfolg hat, kann man es nicht einfach zerschlagen", so der Geschäftsführer.

Bill Gates, Chef und Mitbegründer des weltgrößten Softwareunternehmens Microsoft (Redmond/US-Staat Washington) hatte am Donnerstagabend seinen Posten als Vorstandsvorsitzender (Chief Executive Officer/CEO) an den zweiten Mann im Unternehmen, Steve Ballmer, abgegeben. Der 44 Jahre alte Gates sagte bei einer Pressekonferenz, er werde den Titel des Chef-Software-Architekten übernehmen und dabei helfen, "die nächste Generation der Windows-Plattform und Dienstleistungen" voranzutreiben. (APA)

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