ucp verkauft uboot.com und sms.at

19. Oktober 2003, 08:39
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Fokus auf Handy-Software - Mobiler Unterhaltungs-Markt boomt - 1 Millione Klingeltöne- und Logo-Downloads pro Monat

Der Markt mit mobilen Unterhaltungs-Downloads wie Klingeltönen, Logos und Bildtextnachrichten (MMS) boomt. Der österreichische Telekomsoftwareentwickler ucp (Universal Communication Plattform) konzentriert sich daher künftig ausschließlich auf das Geschäft mit Softwarelösungen und Services für Handynetzbetreiber und trennt sich von den beiden Endkunden-Webportalen uboot.com und sms.at, sagte ucp-Chef Christian Lutz am Freitag.

Abstossung

uboot.com sei mit seinen 20 Mitarbeitern bereits an österreichischen und Schweizer Privatinvestoren verkauft worden, für den Verkauf der Plattform sms.at, die heuer mit 17 Mitarbeitern einen Umsatz von 5 Millionen Euro und ein positives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 852.000 Euro erzielen wird, sei man mit potenziellen Käufern aus dem In- und Ausland in Endverhandlungen, berichtete Lutz. Der Verkauf von sms.at und uboot erfolge "zu einem strategisch guten Zeitpunkt, wo sich die nachhaltige Erlöskraft der Web-Portale bewiesen hat", meint Lutz.

Umbau

Auch bei der ucp selbst gibt es gesellschaftsrechtliche Veränderungen: Die ucp-Holding im Schweizer Lugano wurde aufgelöst und als AG mit Sitz in Wien neu gegründet. Außerdem soll der 47,9-prozentige Anteil der T-Mobile an ucp noch heuer auf eine "kleine strategische Beteiligung" reduziert werden: "Wir werden voraussichtlich noch im Oktober damit auf den Kapitalmarkt gehen", so Lutz. Damit will sich ucp auch anderen Netzbetreibern neben T-Mobile öffnen. "Wir hoffen auf Aufträge von tele.ring und One". Die restlichen Anteile an ucp gehören dem Risikokapitalgeber march.fifteen (10,7 Prozent) sowie Firmengründern und Mitarbeitern (41,4 Prozent).

Ziel

Die 1999 gegründete ucp wird mit 60 Mitarbeitern - 25 werden im Softwareentwicklungszentrum im Vorarlberger Lauterach beschäftigt - im zweiten Halbjahr 2003 ein positives EBITDA erzielen, kündigte Lutz an. Das Betriebsergebnis (EBIT) soll 2004 bereits positiv sein. Der Umsatz, der heuer auf mehr als 7 Millionen Euro verdoppelt wird, werde auf 9 bis 10 Millionen Euro steigen. Die Geschäftsführung der neuen ucp AG in Wien teilen sich Lutz und Franz Jachim, im Aufsichtsrat sitzt u.a. Ex-One-und Telefonica-Manager Lars Reichelt.

Wachstum

Der Markt mit mobilen Entertainment-Downloads wächst im Monat um 15 bis 30 Prozent, berichtet Lutz. In Österreich würden täglich 10 Millionen SMS verschickt, bei MMS seien es noch wenige Tausend. "MMS steht noch vor dem Durchbruch, den wir im Herbst 2004 erwarten". Bei Klingeltönen, Logos und Bildschirmschonern (Screensavern) gebe es hier zu Lande bereits 1 Millionen Downloads pro Monat.

Anteilig

ucp erwirtschaftet nur 10 Prozent des Umsatzes in Österreich, der Rest entfällt auf England, Deutschland, die USA, Tschechien, die Niederlande, Kroatien und die Schweiz. Die Kernprodukte der internationalen Softwareschmiede sind das Media Download Center, die Media Messaging Solutions, der Message Router und der Mobile Marketer. Zu den Kunden zählen T-Mobile, Swisscom Mobile, Cable&Wireless, Hutchison Austria und der US-Handyhersteller Danger. In acht Ländern nutzen bereits mehr als 45 Mio. Endkunden die Softwarelösungen von ucp. (APA)

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