Steiermark: "Väterkarrenz" als Schlüssel

10. Oktober 2003, 14:01
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Initiative "Taten statt Worte" vergibt Sonderpreis an willige Unternehmen

Graz - Im Rahmen des Wettbewerbs "Frauen- und Familienfreundlichster Betrieb 2003" vergibt das Land Steiermark ab heuer erstmals auch den Sonderpreis "Väterkarenz". Unter den Firmen, die eine besonders engagierte Einstellung zu diesem Thema zeigen, wird eine Pilotberatung "Väterkarenz" im Wert von 2.000 Euro vergeben. "Familienorientierung und die Gleichstellung von Frauen und Männern sollte in jedem Betrieb Teil der Unternehmensphilosophie sein", erklärte die zuständige Landesrätin Kristina Edlinger-Ploder bei einer Pressekonferenz am Freitag in Graz.

13 Jahre "Taten statt Worte"

Die von Abg. Ridi Steibl (V) initiierte Initiative "Taten statt Worte", die durch den jährlich ausgeschriebenen Wettbewerb versucht, Unternehmen zu ermuntern, die Situation der Frauen in der Arbeitswelt durch bedarfsgerechte Maßnahmen zu verbessern, geht in der Steiermark bereits ins dreizehnte Jahr. Heuer wird in diesem Rahmen der Sonderpreis "Väterkarenz" ausgeschrieben. Es soll der Auftakt zu einem längerfristigen Projekt der Bewusstseinsbildung in steirischen Betrieben werden.

"Den Betroffenen muss klar gemacht werden, dass es sich bei der Karenz nicht um verlorene Zeit handelt", erläuterte Edlinger-Ploder den Hintergrund des Projekts, "sondern, dass man dabei ganz neue Fähigkeiten erlernen kann". Jedes Unternehmen könne von einem Vater profitieren, der die Erfahrung gemacht hat, einen Haushalt zu versorgen und Kinder zu versorgen. Für Männer, die diese Herausforderung annehmen, könnten sich neue Wahrnehmungen und Perspektiven auftun.

Unterstützt und begleitet wird diese Vorhaben von Misa Strobl, einem karenzierten Vater und Unternehmensberater. Er wird dem prämierten Betrieb eine fundierte Beratung zum Thema "Väterkarenz" anbieten. Im August 2003 gab es laut den Zahlen des Hauptverbands der Sozialträger 20.118 Kinder- und KarenzgeldbezieherInnen in der Steiermark, davon 350 Männer. Damit liegt die Grüne Mark mit 1,7 Prozent im österreichweiten Mittelfeld.

Angst vor "Karriereknick" bei Männern

Hauptgrund, warum so wenige Väter die Karenz in Anspruch nehmen, sei laut Strobl, dass Männer mehr verdienen als Frauen und große Angst vor einem "Karriereknick" hätten. Übersehen werde aber, dass eine Karenz auch Vorteile für den Betrieb mit sich bringen kann. Er hätte am eigenen Leib erfahren, dass er nach der Zeit zu Hause leistungswilliger gewesen sei und auch eine größere Arbeitszufriedenheit und Selbstsicherheit an den Tag gelegt habe. (APA)

Initiative "Taten statt Worte",
Informationen unter Tel. 0316/877- 4263 Link

Taten statt Worte
Einsendeschluss ist der 15. November 2003

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