Die EU gibt Microsoft einen Korb

20. Oktober 2003, 20:13
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Antrag auf Fristverlängerung im Verfahren gegen den Softwarereiesenabgelehnt

Die EU-Kommission hat Microsoft eine letzte Frist von zwei Wochen gesetzt, um eine Stellungnahme in dem seit drei Jahren laufenden Kartellverfahren abzugeben. Damit hat sich der Softwaregigant eine Abfuhr geholt, denn ursprünglich wollte Microsoft zwei zusätzliche Monate haben, um sich zu den Vorwürfen zu äußern, berichtet das Wall Street Journal. Eine Microsoft-Sprecherin nannte das Vorgehen der EU enttäuschend.

Verzögerung

Die Kommission ermittelt bereits seit vier Jahren gegen Microsoft, ein Verfahren wurde schließlich im Jahr 2000 eingeleitet. Im Kern geht es um den Vorwurf des Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung. Im Falle einer Verurteilung drohen dem Konzern strenge Auflagen bezüglich seines Betriebssystems sowie Strafen in der Höhe von bis zu drei Milliarden Euro. Nach Meinung von beteiligten Rechtsanwälten will EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti das Verfahren auf alle Fälle bis zum Ende seiner Amtszeit im November kommenden Jahres abschließen und keine endlose Untersuchung zurücklassen.

Schwenk

Microsoft hatte erst im September seine Taktik in dem EU-Verfahren geändert und erstmals seine Bereitschaft erklärt, sich einem Hearing zu stellen. Der Softwareriese hatte es bis dahin immer vorgezogen, seine Argumente schriftlich vorzutragen. Das Hearing soll nun nach Informationen des Wall Street Journals am 12. und 13. November stattfinden und bei Bedarf eventuell noch um einen Tag verlängert werden. (pte)

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