Südkoreas Präsident sucht Vertrauensvotum der Bevölkerung

11. Oktober 2003, 22:55
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Roh begründet Entscheidung mit Folgen eines Bestechungsskandals um seinen korruptionsverdächtigen Ex-Sekretär

Seoul - Der seit knapp sieben Monaten amtierende südkoreanische Präsident Roh Moo Hyun will die Bevölkerung bitten, ihm das Vertrauen auszusprechen. Seine überraschende Entscheidung begründete Roh am Freitag bei einer Pressekonferenz in Seoul unter anderem mit den Folgen eines Bestechungsskandals, in den auch auch sein früherer Sekretär und langjähriger Vertrauter Choi Do Sul verwickelt ist.

"Ich kann mich der Verantwortung für die Handlung meines ehemaligen Sekretärs nicht entziehen", sagte das 57-jährige Staatsoberhaupt. Der Skandal habe dem Vertrauen in seine Redlichkeit Schaden zugefügt. Choi wird vorgeworfen, mehr als 1,1 Milliarden Won (etwa 808.000 Euro) von dem Unternehmen SK Corp angenommen zu haben. Er bestreitet die Bestechungsvorwürfe.

Soll vor den Parlamentswahlen im April erfolgen

Nach Angaben Rohs soll ein Vertrauensvotum noch vor den Parlamentswahlen im April erfolgen. Über die Methode herrschte allerdings angesichts fehlender rechtlicher Bestimmungen noch Unklarheit. Gegen ein mögliches Referendum sprächen Bedenken wegen der Auswirkungen auf die nationale Sicherheit, sagte Roh.

Roh ist seit Ende Februar im Amt. Die Zustimmungsquoten für ihn sind in Umfragen seit seiner Wahl im Dezember von etwa 80 Prozent auf derzeit knapp 20 Prozent gefallen. (APA/dpa)

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