Ein Klimt für 2 Euro und 10 Cents

17. Oktober 2003, 12:07
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Wien - "Judith 1" weilt derzeit außer Haus in Japan, deshalb musste die Präsentation der Sondermarke mit ihrem Konterfei auch ohne den Ehrengast stattfinden. Am Freitag präsentierte die Österreichische Post AG im Marmorsaal des Oberen Belvedere eine aufwändig gedruckte Sondermarke mit dem berühmten Gemälde Gustav Klimts als Auftakt zur Reihe "Berühmte Gemälde aus österreichischen Sammlungen". Zum Nennwert von 2,10 Euro sind 500.000 Exemplare erhältlich. Philatelisten stürzen sich bereits auf die Marke: 30.000 weltweite Vorbestellungen gingen schon ein.

Im Kombinationsdruck, der "Königsdisziplin des Briefmarkendrucks", ist die Marke "Gustav Klimt - Judith" gefertigt, erläuterte der Generaldirektor der Österreichischen Post AG, Anton Wais. Einen "Kulturbeitrag für das Land" wolle man leisten und auch die "Beachtung der Briefmarke an sich heben." Entwurf und Stich stammen von Wolfgang Seidel. Über die "künstlerisch hochwertige Briefmarke" anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Österreichischen Galerie Belvedere freute sich deren Direktor Gerbert Frodl. Klebt man die Marke ganz profan auf einen Brief, hat man den Tarif für die Zusatzleistung "Einschreiben" entrichtet.

Mit rund 160.000 Euro kostete die Erstellung der Marke vier Mal mehr als die einer normalen Marke, erklärte Erich Haas, Philateliechef der Post. Bis Jahresende sei die Marke wahrscheinlich ausverkauft, sei doch die Auflage von 500.000 sehr niedrig angesetzt. Bereits im nächsten Jahr könne man mit einer Wertsteigerung von 20 Prozent rechnen. In einem Jahr soll die nächste Marke in der neuen Reihe "Berühmte Gemälde aus österreichischen Sammlungen" erscheinen, dann mit einem Schiele-Motiv, so Haas: "Vielleicht finden wir ja heute beim Rundgang durch die Sammlung ein passendes Gemälde."

An die 35 Sondermarken gibt die Post jährlich heraus, die höchste Auflage hat dabei die Weihnachtsmarke mit 10 Millionen. Bereits 1964 hatte ein Gemälde Klimts, "Der Kuss", eine österreichische Briefmarke geziert, damals mit einem Nennwert von drei Schilling (0,218 Euro). (APA)

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