JoWooD holt sich Partner an Bord

14. Oktober 2003, 14:13
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Australische Spiele-Schmiede Perception steigt über Kapitalerhöhung und hält künftig mehr als ein Zehntel an heimischen Computerspiele-Hersteller

Wien - Der Computerspiele-Hersteller JoWooD, im vergangenen Jahr knapp an der Insolvenz vorbei geschrammt, steht vor einer weiteren Kapitalerhöhung um bis zu 8,6 Mio. Euro. Über diesen Schritt soll der bereits angekündigte strategische Partner aus Australien, der Spiele-Entwickler Perception, herein genommen werden.

Perception werde rund 3 Millionen neue Aktien zeichnen und nach der Kapitalerhöhung mit rund 12 Prozent beteiligt sein, sagte JoWooD-Vorstand Michael Pistauer am Freitag zur APA. Ursprünglich sollten die Australier wie berichtet über eine Wandelanleihe bei der börsenotierten steirischen Spiele-Schmiede einsteigen.

Grundkapital aufstocken

Wie JoWooD heute in einer Pflichtmitteilung im Amtsblatt der "Wiener Zeitung" bekannt gab, ist geplant, bis zu 8,550.741 neue Aktien zu einem Ausgabepreis von 2,00 Euro zu platzieren. Damit soll das Grundkapital von derzeit rund 17,1 Mio. Euro auf maximal 25,7 Mio. Euro aufgestockt werden.

Grünes Licht für die Kapitalerhöhung - die jungen Aktien sollen neben Perception auch institutionellen Investoren und privaten Kleinanlegern angeboten - will sich das JoWooD-Management von den Aktionären in einer außerordentlichen Hauptversammlung am Firmensitz in Rottenmann am 30. Oktober holen.

Katastrophenjahr 2002

Neben der Kapitalerhöhung sind dabei unter anderem auch Wahlen in den Aufsichtsrat und die Verlängerung eines Aktienrückkaufprogramms um weitere eineinhalb Jahre vorgesehen. Abgesegnet werden soll der Rückkauf von bis zu 10 Prozent eigener Aktien in der Bandbreite von 0,1 bis 12 Euro.

Nach dem Katastrophenjahr 2002, das JoWooD einen Betriebsverlust von 42,8 Mio. Euro bei 43,5 Mio. Euro Umsatz bescherte, rechnet Pistauer für heuer mit einem deutlich positiven Ergebnis. Der Umsatz werde 2003 wegen des geänderten Geschäftsmodell mit knapp 30 Mio. Euro niedriger ausfallen. JoWooD beschäftigt derzeit 140 Mitarbeiter, wegen der akuten Probleme im Vorjahr wurde die Belegschaft halbiert.

Nach Angaben Pistauers hat JoWooD am Freitag vom Land Steiermark eine Standortförderung über 450.000 Euro, einen "nicht rückzahlbaren Zuschuss", erhalten.(APA)

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