77 Prozent gehen leer aus

13. Oktober 2003, 12:39
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Forschungsgesellschaft Sythesis: Nach Regierungs- Einschränkungen höchstens 55.000 Anspruchsberechtigte

Wien - Etwa 55.000 Personen würden die von der Regierung geplante Eltern-Teilzeit 2004 voll in Anspruch nehmen können. Aufgeschlüsselt nach Geschlecht sind es 35.800 Frauen und 20.000 Männer. Zu diesem Ergebnis kommt die Forschungsgesellschaft Synthesis in einer Auswertung.

77 Prozent gehen leer aus

77 Prozent aller Beschäftigten werden damit keinen vollen Rechtsanspruch haben. Dieser ist in den Regierungsplänen nur für Mitarbeiter von Betrieben mit mehr als 20 Beschäftigen, die bereits länger als drei Jahre im Unternehmen tätig sind, vorgesehen.

In diese Gruppe (eingeschränkt auf das Alter 20 bis 45 Jahre) fallen laut Synthesis-Berechnungen rund 717.000 Personen (405.000 Männer, 312.000 Frauen). Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Geburtenzahl sowie der Zahl jener Mütter, die vor der Geburt beschäftigt sind, wurde die Zahl von 55.000 theoretisch anspruchsberechtigten Personen ermittelt. Wie viele Eltern tatsächlich in Teilzeit gehen werden, könne man freilich nicht sagen, meinte Roland Löffler von Synthesis.

Wahrscheinlich noch geringer

In der Praxis werde der Wert wahrscheinlich - vor allem bei Männern - "deutlich darunter" liegen. Ziehe man etwa die Zahl jener Männer, die derzeit das Karenz- oder Kindergeld in Anspruch nehmen, als Vergleichswert heran, komme man nur mehr auf eine Zahl von 700 Männern, sagte Löffler. Die Zahl von 55.000 sei daher eine "theoretische Obergrenze".

Für die Mitarbeiter von Kleinbetrieben sieht die Regierungsvorlage einen maximalen Anspruch bis zum vierten Geburtstag des Kindes vor. Im Streitfall muss der Arbeitnehmer dies aber wie bisher selbst einklagen. (APA)

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    foto: photodisc
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