Was will Frau Juhnke der Öffentlichkeit sagen?

15. Oktober 2003, 09:47
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Persönlichkeitsrechte des schwerkranken Harald Juhnke sind gerichtlich geschützt - doch seine Frau will mit einem Buch ihr Leiden publik machen

Hamburg - "In guten und in schlechten Tagen" - heißt die Biografie von Susanne Juhnke, Ehefrau von Harald Juhnke. Sie schildert darin, wie schwer das Leben mit dem alkoholabhängigen Entertainer war. Und - es gibt niemanden der sie nicht verstehen könnte - doch der bittere Beigeschmack kommt bei jedem Interview.

Warum erzählt Frau Juhnke erst jetzt von all dem Leiden, wo der deutsche Volksliebling schwer an Demenz erkrankt ist. Niemand kann so recht verstehen worum es wirklich geht, die Aussagen und die sichtbare Zerbrechlichkeit der Frau sind ein permanenter Widerspruch - selbst Peer Juhnke, Sohn aus erster Ehe hat nun genug und will die Persönlichkeitsrechte des 74-jährigen Vaters schützen. Den Antrag auf die einstweilige Verfügung des Buches soll auf Betreiben von Peer Juhnke, gestellt worden sein.

Antrag auf Erlass

Juhnkes Vormund für Persönlichkeitsrechte, der Anwalt Johannes Eisenberg, hat ein Verfahren angestrengt, um der Frau des TV-Entertainers künftig Berichte über bestimmte Bereiche aus dessen Privatleben zu verbieten, wie eine Sprecherin des Landgerichts am Freitag bestätigte. Einen von Eisenberg gestellten Antrag auf Erlass einer Einstweiligen Anordnung hat das Gericht aber abgelehnt.

Dagegen legte der Vormund des demenzkranken Juhnke Beschwerde ein, zu der Susanne Juhnke nunmehr bis Dienstag Stellung nehmen kann. Danach werden die Richter entscheiden, ob eine Hauptverhandlung anberaumt wird.

Rechte einer Ehefrau

Die Sprecherin bestätigte damit einen Bericht der "Bild"-Zeitung vom Freitag. Nach den Angaben der Sprecherin wies das Gericht in seiner Entscheidung gegen die beantragte Einstweilige Verfügung darauf hin, dass Susanne Juhnke als langjährige Ehefrau berechtigt sei, in der von ihr getätigten Art über Juhnke zu berichten. Sie sei dabei bislang "sanft" vorgegangen.

Zusammenbruch

Bei einer Aufzeichnung zur ARD-Talk-Show "Beckmann" ist Susanne Juhnke vor laufender Kamera zusammengebrochen. Zunächst habe sie die Fragen zu ihrer Biografie noch gefasst beantwortet, doch wenig später hätten sie die quälenden Erinnerungen aus der Fassung gebracht, berichtete die "Bild". Sie sei aufgesprungen und aus dem Studio gelaufen. "Ich kann nicht mehr. Ich bin am Ende, ich stehe das nicht durch", soll die 58-Jährige gerufen haben. Beckmann erklärte später: "Sie wirkte sehr stark. Doch plötzlich waren alle Verletzungen der letzten Jahre wieder ganz frisch. Es war spürbar, wie nahe ihr das alles ging."

Für den Zuseher werden die Auftritte der Susanne Juhnke immer rätselhafter - Vielleicht will Frau Juhnke der Öffentlichkeit tatsächlich etwas sagen - bleibt die Frage: Warum sagt sie es nicht?

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Harals Juhnke und Frau Susanne 1999 an seinem 70. Geburtstag

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