Warnung vor Showhypnosen

11. Oktober 2003, 12:00
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Langzeitschäden wie Depressionen oder Psychosen möglich

Coesfeld - Die Deutsche Gesellschaft für Hypnose hat vor den psychischen Folgen so genannter Showhypnosen gewarnt. Bei solchen Veranstaltungen würden Menschen aus Effektgründen in kindliches Erleben und in Situationen von Verwirrung und Hilflosigkeit versetzt und anschließend damit alleine gelassen, kritisierte die Organisation in Coesfeld. Als Folge drohten Langzeitschäden wie Depressionen oder Psychosen. Hypnose gehöre daher als wirksames Behandlungsverfahren nur in die Hände qualifizierter und verantwortungsvoller Therapeuten.

Showhypnotiseure legten es aus Effektgründen darauf an, ihre Opfer zu Handlungen zu bewegen, die danach als peinlich oder beschämend empfunden würden, erklärten die Experten: "Sie reden oder schreiben wie kleine Kinder, können nicht mehr bis zehn zählen oder schreien nach ihrer Mutter." In diesem Zustand fühlten sie sich real in ihre Kindheit zurückversetzt. Wenn sie dabei in Kontakt mit traumatischen Erinnerungen etwa an Missbrauch, Folter oder Verlust gerieten, seien sie den überwältigenden und unverarbeiteten Emotionen schutzlos ausgeliefert.

Die Betroffenen könnten leicht in "emotionale Destabilisierungs- oder Überflutungszustände" geraten, warnte der Verband. Therapeutische Hilfe sei dann dringend erforderlich. Doch daran sei ein Showhypnotiseur weder interessiert, noch besitze er die dafür notwendige Ausbildung. Um seine scheinbar absolute Macht zu demonstrieren, wecke er seine Opfer vielmehr in der Regel blitzschnell mit einem Fingerschnipsen auf und nehme sich keine Zeit für eine gründliche Dehypnotisierung. (APA/AP)

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