Japan: Letzter in freier Natur geborene Ibis gestorben

15. Oktober 2003, 12:28
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Die Vogelart wurde an den Rand des Aussterbens getrieben

Tokio - Japan trauert um seinen letzten in freier Natur geborenen Ibis. "Kin" starb am frühen Freitagmorgen an Altersschwäche im Ibis-Schutzzentrum der Insel Sado, wie die Medien des Landes berichteten. Das Vogelweibchen wurde schätzungsweise 36 Jahre alt, was einem Menschenalter von mehr als 100 Jahren entspricht und als Weltrekord gilt.

Der 1960 weltweit unter Schutz gestellte sehr seltene Japanische Ibis (Nipponia nippon) bevölkerte einst weite Gebiete in Ostasien, doch wurde er durch Jagd und Umweltzerstörung an den Rand des Aussterbens getrieben. Heute soll diese Ibis-Art in der freien Wildbahn nur noch in China anzutreffen sein.

Betroffene Reaktionen

Japans Medien berichteten ausführlich über den Tod Kins, der betroffene Reaktionen auslöste. "Kin stand nicht nur für den Ibis, sondern für alle in freier Wildbahn lebenden Tiere, die am Rand der Ausrottung stehen", sagte Ibis-Forscher Yoshihiro Yamamoto. Umweltministerin Yuriko Koike sprach von einer "wichtigen Lehre". Man werde die Bemühungen zum Schutz wild lebender Tiere verstärken.

Auch der Gouverneur der Provinz Niigata bedauerte Kins Tod und versprach, die Aufzucht von Ibissen für das Leben in freier Wildbahn weiter voranzutreiben. Im Ibis-Schutzzentrum auf der Insel Sado leben derzeit 39 Ibisse, drei davon waren von China geschickt worden, die anderen sind gezüchtete Nachkommen. Experten wollen nun eine Autopsie an Kin vornehmen und ihre Gewebeproben einfrieren. (APA/dpa)

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