AUA: Ersatz aus dem Ausland im Anflug

10. Oktober 2003, 14:55
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Unternehmen bereitet sich umfassend auf die "Betriebsversammlung mit Protestcharakter" vor - Erneut Ersatzflugzeuge samt Crews aus dem Ausland im Einsatz

Wien - Die Austrian Airlines (AUA) bereiten sich umfassend auf die von der Gewerkschaft für Samstag ab 6 Uhr angekündigte unbefristete "Betriebsversammlung mit Protestcharakter" am Flughafen Wien-Schwechat vor. Die Versammlungen könnten sich zu längeren Streiks entwickeln. "Wir sind für den schlimmsten Fall vorbereitet", sagte AUA-Sprecher Johannes Davoras am Donnerstagabend auf APA-Anfrage. Wie in früheren Fällen werde man Flugzeuge samt Besatzung auch vom Ausland zumieten und nahe liegende Flüge zusammenlegen.

Das genaue Ausmaß dieser Vorbereitungen konnte Davoras heute noch nicht nennen. Man bereite sich aber "umfänglich" auf längere Maßnahmen vor: "Wir werden alles tun, um den Flugkomfort so weit wie möglich aufrecht zu erhalten", versicherte der AUA-Sprecher. Es sei "sehr bedauerlich, dass der Bord-Betriebsrat seine Betriebsversammlung auf dem Rücken der österreichischen und internationalen Passagiere austragen" wolle.

Das derzeit vorbereitete einseitige Sparkonzept der AUA-Führung sehe keine Reduktion der Ist-Gehälter vor, sondern lediglich eine künftig langsamere Gehaltsentwicklung als bisher, betonte der Sprecher heute erneut. Befürchtungen des Betriebsrats, die angepeilten Kostensenkungen - von 30 Mio. Euro bis 2008 im AUA-Flugbetrieb - würden durch Ist-Gehaltseinbußen der Austrian-Piloten realisiert, bezeichnete Davoras als "Mär", die durch Wiederholungen nicht richtiger werde. Das AUA-Konzept sehe weiter Gehaltsvorrückungen vor, nicht mehr wie bisher jährlich, sondern alle zwei Jahre. Das sei beim aktuellen Gehaltsniveau - Austrian-Piloten können in der gültigen Gehaltstabelle auf Monatsverdienste bis zu 15.000 Euro vorrücken - "sehr sozial kompetent", meint die AUA. Flugbegleiter seien von Kündigungen nicht betroffen.

Der Unternehmensleitung gehe es um "viel existenziellere Fragen als um Shareholder-Value, "nämlich einmal um die Absicherung von Arbeitsplätzen sowie der Wettbewerbsposition, die Sicherung der Flugverkehrsqualität des Wirtschaftsstandorts Österreich und um eine grundlegende und nicht bloß kosmetische Sanierung des Unternehmens".

Die für Samstag ab 6 Uhr früh angekündigte Betriebsversammlung sei bereits die elfte derartige Veranstaltung in diesem Jahr. (APA)

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