Geschäfte von über einer Milliarde

16. Oktober 2003, 15:55
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Deutschland und Russland vereinbaren eine Intensivierung ihrer Wirtschaftskooperation - Vor allem im Energie-Sektor wird investiert

Jekaterinburg/Berlin - Die Vertreter der aus 15 Managern bestehenden deutschen Wirtschaftsdelegation und Bundeskanzler Gerhard Schröder waren sichtlich zufrieden: Bei den deutsch-russischen Konsultationen in Jekaterinburg wurden nach Angaben des deutschen Regierungschefs Unternehmensvereinbarungen über Investitionen von weit mehr als einer Milliarde Euro abgeschlossen.

Gaspipeline vertagt

Eine ursprünglich für Donnerstag geplante Unterzeichnung einer deutsch-russischen Vereinbarung zum Bau einer Gaspipeline durch die Ostsee wurde allerdings vertagt. Das Investitionsvolumen für die Erdgasleitung liegt nach deutschen Angaben bei mehr als fünf Mrd. Euro. Russlands Präsident Wladimir Putin sagte, er rechne mit einer Unterzeichnung in den kommenden zwei bis drei Tagen. Neben der Ruhrgas will sich auf deutscher Seite auch Wintershall am Projekt beteiligen.

Zu den bereits fixierten Projekten gehören der Bau eines Gas- und Dampfkraftwerks durch den Energiekonzern E.ON und den russischen Stromkonzern EES Rossiji (Vereinigte Energiesysteme Russlands) mit einem Investitionswert von 500 Mio. Euro. Die Essener Ferrostaal will in den Bau einer Ammoniak-Anlage in Primorsk 400 Mio. Euro investieren. Wintershall und die russische Gazprom wollen die Erschließung eines Gasfeldes im westsibirischen Urengoj vereinbaren. Das Projekt wird auf 700 Mio. € beziffert.

300 Millionen für Schrott-U-Boote

Deutschland stellt seinerseits 300 Millionen Euro für die Verschrottung russischer Atom-U-Boote zur Verfügung. Den Auftrag zur Projektkoordinierung erhielten die Energiewerke Nord in Lubmin, die bereits den Abbau des DDR-Atomkraftwerkes Greifswald - gleicher Bautyp wie Temelín - vornehmen. (afs/DER STANDARD Print-Ausgabe, 10.10.2003)

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    Schröder, Putin in Jekaterinenburg.

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