Giraffentod in Wien: Offenlegung der Zootier-Zahlen gefordert

10. Oktober 2003, 21:59
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Tierschutzverein zweifelt an genauen Aufzeichnungen von weniger publikumsattraktiven Tieren

Wien - Nach dem Tod der schwangeren Giraffenstute "Lisa" in Schönbrunn hat der Wiener Tierschutzverein eine Offenlegung der Zahlen von Zootieren gefordert. "Das Verschwinden von derart großen Tieren lässt sich schwer verheimlichen. Was aber geschieht mit kleineren, vielleicht weniger publikumsattraktiven Tieren, die hinter verschlossenen Zoomauern zu Grunde gehen?", so die Organisation wörtlich. Sämtliche Tierbewegungen würden genau protokolliert werden, konterte der Zoo.

<>BPermanente Kontrolle

"Grundsätzlich finden in einem wissenschaftlich geführten Zoo keine Tierbewegungen (Geburt, Zugang, Abgang, Tod) statt, ohne dass diese protokolliert und die zuständigen Behörden (Amtstierarzt, CITES-Behörden, die Artenschutzabteilung des Landwirtschaftsministeriums, veterinärmedizinische Universität etc.) davon informiert werden", hieß es in der Stellungnahme der Direktion. Diese Stellen hätten jederzeit Einsicht in die Daten. Darüber hinaus werde die Qualität der Tierhaltung durch Fachleute, aber auch wie z.B. in Schönbrunn jährlich von rund zwei Mio. Besuchern permanent kontrolliert.

Zoos würden laut Tierschutzverein "für sich gerne in Anspruch" nehmen, wichtige Lieferanten für wissenschaftliche Erkenntnisse zu sein und eine Bildungsfunktion innezuhaben. Die Organisation ist der Auffassung, "dass die verheimlichten Zahlen sehr viel zur Bewusstseinsbildung beitragen würden". Dazu die Zoo-Direktion: "Im Gegensatz zu manch anderen Tier(schutz)-Institutionen" seien wissenschaftliche Zoos "mit Sicherheit die Einrichtungen mit der größten Transparenz und Kontrolle." (APA)

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    Es fällt auf, wenn eine Giraffe verschwindet

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